(Aktuelle) Meldungen zum öffentlichen Verkehr

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30-Jun-26 Bundesnetzagentur plant Beschränkung der Trassenvergabe
"Die Bundesnetzagentur plant, dass die DB InfraGO AG ... auf Streckenabschnitten, für die eine maximale Kapazität u. a. für den Fernverkehr ausgewiesen ist, nicht mehr als 60–75 Prozent der Kapazitäten an ein einziges Unternehmen vergeben darf." Das ist die Kernaussage der heutigen Pressemitteilung der Bundesnetzagentur. Diese sogenannte Wettbewerbsklausel kommt bei stark ausgelasteten Korridoren und Bahnknoten zum Tragen, wenn ein Wettbewerber vertaktete Verkehre ("mindestens viermal täglich in zweistündigem Abstand zur gleichen Minute") anbietet. Hintergrund ist eine Beschwerde des italienischen Eisenbahnunternehmens Italo, das angekündigt hatte, ab April 2028 eigenwirtschaftliche Fernverbindungen auf Achsen wie München–Dortmund und München–Berlin einzurichten. Zudem fehlen weiterhin Rahmenverträge von DB InfraGO für künftige Fahrplanperioden im Fernverkehr.  [el]
 
28-Jun-26 Bürokratieabbau und Verfahrensbeschleunigung
Der Fahrgastverband PRO BAHN hat im Rahmen der Verbändebeteiligung eine Stellungnahme zum Bürokratierückbaugesetz/-verordnung Verkehr (BRBG/BRBV) abgegeben. Beim Bundesverkehrsministerium gibt es zum Nachlesen den Referentenentwurf des Gesetzes und den Entwurf der geplanten Verordnung (Zusammenfassung mit KI).
Bereits am Freitag hat der Bundestag das Infrastruktur-Zukunftsgesetz beschlossen (Gesetzesentwurf, Erläuterung BMV, Zusammenfassung mit KI). Beabsichtigt sind einfachere und schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren, was insbesondere bei Umweltverbänden nicht auf Zustimmung stößt. Die Grünen hatten dazu eine Änderung beantragt, um Vorhaben der Schieneninfrastruktur zu beschleunigen, die aber bereits im Verkehrsausschuss abgelehnt wurde.  [el]
 
25-Jun-26 Hitzekulanz - kostenfreie Stornierung
Aufgrund der bis zum Wochenende weiter zunehmenden Hitze erlaubt die DB eine kostenfreie Stornierung von Sparpreis- und Supersparpreis-Tickets sowie von Platzreservierungen. Das gilt für Fahrten, die zwischen heute und dem 30.6. stattfinden sollten und bis einschließlich 23.6. gebucht wurden. Die Stornierung dieser Tickets muss über ein spezielles Kulanzformular, bzw. bei Papiertickets im Reisezentrum oder einer sonstigen DB-Verkaufsstelle.  [el]
 
25-Jun-26 Neue Tarife in NRW
Der Fahrgastverband PRO BAHN äußert sich kritisch zum neuen Tarif beim VRR (Verkehrsverbund Rhein-Ruhr) und dem Rheinlandtarif, der die Tarife von AVV (Aachener Verkehrsverbund) und VRS (Verkehrsverbund Rhein-Sieg) abgelöst hat. Besonders kritisch sieht der Verband, dass der elektronischen Tarif eezy.NRW in vielen Situationen nicht der günstigste Tarif für Gelegenheitsfahrer und bei Fahrten mit Kindern ist. PRO BAHN befürchtet, dass diese Tatsache und einige Ungereimtheiten bei den neuen Verbundtarifen auch das Vertrauen in die elektronischen Tarife verspielt wird.  [el]
 
23-Jun-26 Eine heiße PRO BAHN Post
Es ist heiß. Nur diejenigen, die die PRO BAHN Post noch als Papierausgabe beziehen, können sie zum Zufächeln von Luft benutzen. Für die PDF-Leser bleibt das Titelbild eines schattigen Flusslaufs. Wie auch immer: Die Juli-Ausgabe bietet folgende Themen: "30 Jahre Regionalisierung des SPNV", "25 Jahre Euregiobahn – auch dank der BOB", "Kritik am schlechten Baustellenmanagement", "Streichungen im MVG-Anpassungsprogramm". In den Kurznachrichten beendet die DB die Spekulationen um ICE-Fahrten zum Flughafen, die unschönen Punkte 2. Stammstrecke, Pünktlichkeit, Zugausfälle werden angesprochen, aber auch noch einmal Tram Fürstenrieder Straße sowie die Neubesetzung des Postens des bayerischen DB-Gesandten.  [el]
 
22-Jun-26 Ergebnisse der Fulda-Runde zum Bahnausbau
Der Fahrgastverband PRO BAHN hatte schon im Mai auf die unzureichenden Ergebnisse der diesjährigen "Fulda-Runde" und die drohenden Konsequenzen hingewiesen. Nachdem es in der Zwischenzeit einige Medienberichte dazu gab, und die Allianz pro Schiene das Thema nochmals aufgegriffen hatte, wurde nun auch vom Bundestag die Antwort auf eine entsprechende parlamentarische Anfrage veröffentlicht, so dass offiziell nachlesbar ist, wo es mit dem Bahnausbau weitergeht, und wo gebremst wird.  [el]
 
20-Jun-26 Zweiter Versuch Stellwerk Köln Hbf
2025 wollte die DB in Köln ein elektronisches Stellwerk (ESTW) in Betrieb nehmen. Ein "Softwarefehler" führte dazu, dass das nicht gelang. Der Kölner Hauptbahnhof war trotzdem zehn Tage gesperrt. Den Versuch mit dem ESTW will die DB jetzt im Januar 2027 wiederholen. Wieder wird der Hauptbahnhof gesperrt.
Das Beispiel zeigt, welche enormen Verzögerungen durch Fehler bei der Bahnprojekten entstehen, und ist sicher Teil einer Erklärung, warum diese Projekte von der Idee bis zur Realisierung oft Jahrzehnte dauern. Ob und welche Konsequenzen bei der DB aus solchen Vorfällen gezogen werden, bleibt intransparent.  [el]
 
18-Jun-26 Kritik an Machbarkeitsstudie Chemnitz - Leipzig
Die geplanten Abstriche beim Ausbau der Bahnstrecke Chemnitz–Leipzig stoßen sowohl bei der Bahninitiative Chemnitz als auch beim Fahrgastverband PRO BAHN auf Kritik. Die am Dienstag vorgestellte Machbarkeitsstudie zeigt nicht nur erhebliche Defizite beim Infrastrukturausbau, sondern stellt selbst die Umsetzbarkeit des vorgesehenen Betriebskonzepts infrage. Von den rund 44 Kilometern im Nordabschitt zwischen und Leipzig und Geithain sollen lediglich 24 Kilometer zweigleisig ausgebaut werden. Fast die Hälfte der Strecke bleibt dauerhaft eingleisig. Mit der Sparvariante sei ein Halbstundentakt zwischen beiden Städten nur am frühen Morgen und am späten Nachmittag möglich. Damit werde der tatsächliche Bedarf der Fahrgäste klar verfehlt. Da der zweigleisige Ausbau eine wesentliche Voraussetzung für regelmäßigen Fernverkehr ist, werde Chemnitz mit den vorgestellten reduzierten Ausbauplänen auf Jahrzehnte abgehängt.  [el]
 
15-Jun-26 PRO BAHN zu Wettbewerb im Schienenfernverkehr
Der Fahrgastverband PRO BAHN begrüßt grundsätzlich, dass mit dem italienischen Anbieter Italo nach Jahrzehnten faktischen Monopols ein ernstzunehmender Wettbewerber in den innerdeutschen Hochgeschwindigkeitsverkehr drängt. Wettbewerb kann Preise senken, Qualität steigern und das Angebot ausweiten – aber nur, wenn er fair und fahrgastfreundlich geregelt ist. PRO BAHN nennt drei Bedingungen, damit mehr Wettbewerb am Ende nicht weniger Bahn bedeutet: einen Bundesaufgabenträger für Fernverkehr, Erhalt des Fahrplantakts im Regionalverkehr, einen durchgehenden Tarif für Fern- und Nahverkehr auf der Schiene wie bisher, unabhängig vom Verkehrsanbieter.  [el]
 
14-Jun-26 Italo und der Fernverkehr
Kaum ein Bahnthema bewegt die Medien so sehr, wie der verkündete Wunsch des Unternehmens NTV, Italo-Züge nach Deutschland zu bringen. Neben journalistischen Kommentaren (RND, Süddeutsche, FAZ) gab es Äußerungen der Chefs von DB InfraGO, von DB Fernverkehr und der Konzernchefin. Reaktionen des NTV-Chefs sowie Lösungsvorschläge blieben nicht aus. Auch die Allianz pro Schiene und die Gewerkschaft EVG (die sich oft als DB-Gewerkschaft versteht) tragen Vorschläge und Befürchtungen vor.
Aus Sicht des Fahrgastverbands PRO BAHN sind neben gutem Zugangebot Fragen zu durchgehendem Tarifen und Fahrgastrechten zu klären. Anmerkung: Mit Flixtrain, Westbahn, GoVolta oder demnächst Leo Express verkehren in Deutschland schon Züge ohne (volle) Einbindung in den Tarif von SPNV und DB Fernverkehr.  [el]
 

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