Aktuelle Meldungen zum öffentlichen Verkehr

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17-Jul-26 Bundesnetzagentur zu Trassenvergabe SPFV
Wie erwartet hat die Bundesnetzagentur (BNetzA) den Markteintritt weiterer Wettbewerber im Schienenpersonenfernverkehr (SPFV) erleichtert. Kern der Entscheidung ist, dass DB InfraGO verpflichtet wird, auf stark ausgelasteten Abschnitten des Schienennetzes im Konfliktfall nicht mehr als 60 bis 75 Prozent der für den Fernverkehr in einem bestimmten Zeitraum zur Verfügung stehenden Kapazitäten an die DB bzw. an ein einziges Unternehmen zu vergeben. DB InfraGO will laut Medienberichten den Beschluss prüfen, wirft aber der BNetzA Fehler vor und hält ein Eingreifen der Behörde für nicht gerechtfertigt.  [el]
 
10-Jul-26 Offene Mobilitätsplattform statt weiterer DB-App
Mit dem vorgestellten Sofortprogramm zur besseren Kundenkommunikation kündigt die Deutsche Bahn unter anderem die Einführung einer neuen "DB Info"-App an. Der Fahrgastverband PRO BAHN sieht darin einen Bruch mit den Zielen der vom Bundesverkehrsministerium erst im vergangenen Jahr veröffentlichten "Agenda für zufriedene Kunden auf der Schiene". Darin hatte das Ministerium ausdrücklich formuliert, dass "der DB Navigator sowie die damit verbundene Internetpräsenz ... in die Verantwortung der DB InfraGO AG übertragen werden". Der Fahrgastverband fordert Bundesverkehrsministerium und Deutsche Bahn deshalb auf, zur ursprünglichen Zielsetzung der Agenda zurückzukehren. Auch der Bundesverband Schienennahverkehr fordert eine Vereinfachung der DB-Kundenkommunikation.  [el]
 
09-Jul-26 Kein Wettbewerb auf Kosten des Systems Öffentlicher Verkehr
Zurzeit wird viel über den Markteintritt von Unternehmen im Schienenfernverkehr diskutiert, die auf Hauptstrecken neue Taktverkehre anbieten wollen. Auch beim Fahrgastverband PRO BAHN wurden das Angekündigte und mögliche Auswirkungen analysiert. Da Deutschland anders als Italien und Frankreich polyzentrisch besiedelt ist, stellt die flexible Nutzung des öffentlichen Verkehrs ein wesentliches Qualitätskriterium dar. Diese Flexibilität wird durch einen Wettbewerbsrahmen ermöglicht, der angepasst werden sollte, wenn sich das Marktgeschehen ändert. Das kann zum Beispiel durch innovative Angebote wie ein bundesweit gültiges Mobilitätsticket für den gesamten Öffentlicher Verkehr geschehen. PRO BAHN fordert die Bundespolitik auf, dafür den entsprechenden Rahmen zu setzen, und damit zu verhindern, dass ein erweiterter Wettbewerb zu einer immer stärkeren Zersplitterung der Tariflandschaft des Öffentlichen Verkehrs führt.  [el]
 
09-Jul-26 Vorauswahl LieblingsbusfahrerIn
Die Jury des Wettbewerbs "LieblingsbusfahrerIn" hat die Top 30 Lieblingsbusfahrerinnen und Lieblingsbusfahrer Deutschlands 2026 gewählt. Insgesamt wurden mehr als 3.000 Vorschläge und Geschichten von Fahrgästen eingesendet. Die feierliche Preisverleihung findet am 15.10.2026 in Berlin statt. Dann werden die fünf bundesweiten Siegerinnen und Sieger in den verschiedenen Kategorien ausgezeichnet. Die Top 30 Geschichten gibt es zum Nachlesen auf den Webseiten des Wettbewerbs (Pressemitteilung).  [el]
 
09-Jul-26 PRO BAHN kritisiert Änderungen im Bahn-Bonus-Programm
Die Deutsche Bahn stellt ihr Bahn-Bonus-Programm zum 1.8.2026 um und bewirbt die Änderung mit Freifahrten "ab 750 Punkten". Was zunächst nach einer Verbesserung klingt, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als deutliche Verschlechterung für viele Stammkundinnen und Stammkunden. Besonders flexible Freifahrten werden künftig spürbar teurer: Je nach Prämie müssen Reisende bis zu einem Drittel mehr Punkte einsetzen. Nach Ansicht des Fahrgastverbands PRO BAHN steht dies im Widerspruch zu den Aussagen von Bahn-Chefin Evelyn Palla, wonach es im Fernverkehr keine Preiserhöhungen geben solle.  [el]
 
08-Jul-26 Angebote im DB-Fernverkehr für Fahrgäste mit Deutschlandticket
Die DB testet auf der linken Rheinstrecke und in Mecklenburg-Vorpommern ein Aktionsangebot im Fernverkehr für Fahrgäste mit Deutschlandticket. Es werden Mehrfahrten-Tickets für ICE- und Intercity-Züge mit 60 Prozent Rabatt angeboten. Am Rhein reicht das Angebot von Mainz bis Köln, in Mecklenburg-Vorpommern gelten die neuen Tickets auf allen Fernverkehrsstrecken und bis nach Hamburg. Der Fahrgastverband PRO BAHN begrüßt die DB-Initiative. Insbesondere die Korridorsanierung der rechten Rheinstrecke wird die linksrheinischen Regionalzüge stark belasten. Wenn ein Teil der Fahrgäste stattdessen Fernverkehrszüge nutzt entspannt das die Situation. PRO BAHN spricht sich dafür aus das Angebot über den vorgesehenen Zeitraum hinaus fortzuführen sowie auf weitere Relationen auszuweiten. Perspektivisch sollte eine Ausweitung bis Köln geprüft werden.  [el]
 
08-Jul-26 Abnahmeprüfungen als strukturelles Bahnproblem
Die Deutsche Bahn hat gestern mitgeteilt, dass die Strecke Nürnberg–Regensburg nach der Generalsanierung nicht wie geplant am 10. Juli, sondern erst zum 31. Juli wieder in Betrieb gehen kann. Als Grund wird die noch ausstehende sicherheitstechnische Überprüfung der neuen Stellwerkstechnik genannt. Gleise, Weichen und Oberleitungen sind fertiggestellt – das Nadelöhr liegt allein bei der Abnahme der Leittechnik. Der Fahrgastverband PRO BAHN sieht darin kein Einzelproblem, sondern ein Symptom eines systemischen Versagens. PRO BAHN zeigt auf, wodurch der Mangel entsteht, und welche Schritte unternommen werden sollten, um ihn abzustellen.  [el]
 
06-Jul-26 Standortfaktor Bahn
Das Deutsche Zentrum für Schienenverkehrsforschung (DZSF) hat die "Bedeutung von Bahninfrastruktur für die Attraktivität einer Region als Lebens- und Wirtschaftsstandort" untersuchen lassen (Projektseite). Ergebnisse unter anderem: "Die Bahnanbindung spielt bei Wohnortentscheidungen insgesamt eine eher untergeordnete Rolle. [...] Für junge Erwachsene, Personen ohne Pkw-Zugang, Hochverdienende und Mobilitätseingeschränkte hat die Bahnanbindung eine spürbar höhere Bedeutung. [...] Die gesamtwirtschaftlichen Effekte des Schienenverkehrs auf die regionale Wirtschaftskraft und Beschäftigung werden in aktuellen Studien überwiegend positiv bewertet." Als Beispiele für Handlungsempfehlungen seien genannt: "Nicht allein die infrastrukturelle Anbindung, sondern die Qualität des Angebots – etwa Pünktlichkeit, Taktung, Barrierefreiheit und Preisgestaltung – entscheidet über die tatsächliche Wirkung auf die regionale Attraktivität. [...] Bei der Entwicklung von Gewerbestandorten sollte die Bahnanbindung – auch im Personenverkehr – frühzeitig in die Planung einbezogen werden."  [el]
 
04-Jul-26 Hitzeresilienz im Bahnverkehr und Vorgehen bei Notfällen
Der Fahrgastverband PRO BAHN Niedersachsen/Bremen fordert angesichts der jüngsten Hitzewelle und der damit verbundenen massiven Probleme im Bahnverkehr hitzefeste Eisenbahn-Infrastruktur und schnellere Evakuierung liegengebliebener Züge. Für fatal hält es der Verband, wenn auf ganzen Strecken wegen der Hitze der Nahverkehr über etliche Stunden zum Erliegen kommt. Dadurch werden viele tatsächliche und potenzielle Fahrgäste zurück ins Auto getrieben. Bei liegenbleibenden Zügen ist eine Wartezeit von mehreren Stunden bis zur Evakuierung nicht akzeptabel und stellt eine große Gefahr für die Gesundheit von Fahrgästen und Personal dar. Im Zweifelsfall empfiehlt PRO BAHN den Fahrgästen, selbst den Notruf 112 zu wählen und Rettungskräfte zu alarmieren. Einen Artikel zum Thema gab es vor kurzem auch in der oberbayerischen PRO BAHN Post.  [el]
 
01-Jul-26 EU Passenger Package ist Fortschritt, aber nicht ausreichend
Der europäische Verband Transport & Environment (T&E) sieht im "Passenger Package" der EU einen einen enormen Fortschritt für die Fahrgastrechte. Der vorgestellte Entwurf gewährleiste aber nicht, dass Fahrgäste im internationalen Bahnverkehr bei Verspätungen stets den nächsten Zug nehmen können oder eine Entschädigung erhalten. Bahnverbindungen in Europa seien aufgrund der Einschränkungen weiterhin zu wenig konkurrenzfähig. T&E erläutert in einer Pressemitteilung seinen aktuellen Bericht "Advancing EU rail passenger rights" (Langfassung/PDF). Das "Passenger Package" wurde Mitte Mai vorgestellt. Bewertungen gab es bereits von der European Rail Passengers Union und vom europäischen Fahrgastverband EPF.  [el]
 

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