Aktuelle Meldungen zum öffentlichen Verkehr

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13-Sep-26 PRO BAHN gegen Reservierungspflicht
DB-Chefin Palla hat neben der Verschiebung von Korridorsanierungen auch, ohne konkret zu werden, ein Konzept "Next Level ICE" angekündigt. Beispielsweise in der Süddeutschen Zeitung wurde in dem Zusammenhang auf die Reservierungspflicht in Frankreich und Italien hingewiesen. Der Fahrgastverband PRO BAHN lehnt eine Reservierungspflicht im deutschen Fernverkehr ab. Die Probleme, bei Anschlussverlusten oder Zugausfall alternative Verbindungen zu finden, oder die Gefahr, im letzten Zug des Tages keinen Platz zu bekommen, würden durch eine Pflichtreservierung sehr viel größer werden und das Bahnfahren deutlich schwieriger machen. Das liegt auch daran, dass das deutsche Bahnnetz enger verwoben ist als in anderen Ländern. PRO BAHN fordert stattdessen Verbesserungen beim Reservierungssystem, und dort, wo es eng wird, mehr Kapazität bei Fernzügen. Außerdem soll der Bund endlich zu seiner Verantwortung (Artikel 87e GG) stehen, und mittels Gesetz ein Zerfleddern der Bahntarife und Fahrgastrechte verhindern.  [el]
 
10-Sep-26 Kein Ende der Korridorsanierungen absehbar
Wie zahlreiche Medien heute berichten, hat DB-Chefin Palla angekündigt, den Zeitplan der Korridordanierungen (früher: "Generalsanierungen") nochmals zu verlängern. Meldungen und Berichte gibt es z.B. bei schiene.de, rnd.de (mit "Next Level ICE" und "will dem Fernverkehr Beine machen"), tagesschau.de, capital.de ("könnten bis in die 2040er Jahre dauern", mit Statement Allianz pro Schiene). Ursprünglich sollten zwischen 2024 und 2030 40 Strecken generalsaniert werden. Später wurde der Zeitraum bis 2036 ausgedehnt, und die Zahl der zu sanierende Korridore leicht erweitert. Palla nannte nun die Zahl von zwei Korridoren, die pro Jahr saniert werden sollten, "bei besonderen technischen Notwendigkeiten" auch drei. Fünf Korridore wurden bisher saniert – nicht immer mit dem öffentlich und politisch erwarteten Ergebnis – drei weitere sollen Ende des Jahres fertig sein. Zweifel am Zeitplan waren von vornherein vorhanden, u.a. mit Blick auf den Ablauf anderer Bahnprojekte.  [el]
 
09-Sep-26 Wenig Auskunft zu 35 Bahnprojekten
In einer parlamentarischen Anfrage hat die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag versucht, von der Bundesregierung Auskunft zum Planungsstand von 35 Bahnprojekten zu bekommen. Zu den fraglichen Vorhaben gehören unter anderem die Ausbaustrecken Berlin–Dresden, München–Mühldorf–Freilassing, Berlin–Hannover und Karlsruhe–Basel, die Neu- und Ausbaustrecke Frankfurt–Mannheim sowie Projekte in den Knoten Frankfurt, Hamburg, Hannover, Mannheim und München und mehrere Anlagen des Kombinierten Verkehrs.
In der Vorbemerkung stellen die Grünen fest, dass die Finanzierung von Bahnprojekten in der weiteren Planung aktuell nicht abgesichert ist, trotz zum Teil erfolgter parlamentarischer Befassungen. Dem widerspricht die Bundesregierung nicht, stellt aber fest, dass es keine Pausierung von Planungen gebe oder gegeben habe. Um die Mehrzahl der Antworten drückt sich die Bundesregierung mit der Entschuldigung, es handele sich um Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse der DB InfraGO AG.
Angesichts der Tatsachen, dass die DB InfraGO AG dem Bund gehört, im öffentlichen Auftrag handelt, und gemeinwohlorientiert sein soll, wirkt dieses Argument zunehmend merkwürdig und ärgerlich. Als Folge dieser Haltung der Regierung ist das Antwortdokument daher im Detail eher unergiebig.  [el]
 
09-Sep-26 Einmal quer durch die EU
Im Rahmen seiner Projektserie #Crossborderrail versucht sich Jon Worth an einer Rekordfahrt: Die längste in der EU (inkl. Schweiz) mögliche Bahnfahrt führt von Kemijärvi in Finnland nach Lagos in Portugal. Start war vorgestern und an der finnisch-schwedischen Grenze gab es den ersten unplanmäßigen Aufenthalt. Jetzt ist er aber Richtung Süden unterwegs. Zum Start der Reise gab es eine Erläuterung für die Medien, und man kann Jons Fahrt auf Bluesky oder Mastodon folgen. Möglichkeiten, ihn unterwegs zu treffen, müssen aufgrund der Probleme in Haparanda verschoben werden; wer interessiert ist, bitte auf neue Ankündigung warten.  [el]
 
08-Sep-26 Zweites Zwischenfazit zur InfraGO klar ungenügend
Das nach 2024 zweite Zwischenfazit zur Leistung der "gemeinwohlorientierten" DB InfraGO AG fällt nach Ansicht der Verbände Fahrgastverband PRO BAHN, mofair und DIE GÜTERBAHNEN klar "ungenügend" aus. Das zuständige Verkehrsministerium verlasse sich erneut auf die Zusicherung der bundeseigenen DB AG, im integrierten Konzern werde es nun mit neuer Unternehmensführung und einigen neuen Werbebotschaften schon besser werden. Was die Verbänden als notwendig erachten, halten sie in fünf Punkten fest: Der Bund braucht eine eigene Steuerungsinstitution mit klaren Zielen, Kompetenzen und Berichtspflichten. Die DB InfraGO muss für jeden Sanierungskorridor öffentlich und ehrlich über Termine und den kritischen Pfad berichten. Die Netzfinanzierung benötigt eine überjährige Grundlage. Eine Tassenpreisreform hin zum Grenzkostenprinzip ist überfällig. Verkehrsunternehmen und Fahrgäste müssen an der Revision der Korridorsanierungen und an der "Leistungsvereinbarung InfraGO" beteiligt werden.  [el]
 
08-Sep-26 Zu wenige Weichen in Berlin, zu viele Apps in Hamburg
PRO BAHN Berlin/Brandenburg weist darauf hin, dass im S-Bahn-Bereich des Berliner Hauptbahnhofs Weichen nachgerüstet werden sollen, DB InfraGO bisher aber nicht die Absicht hat, dies auch umzusetzen. In Hamburg leistet sich der Verkehrsverbund das parallele Betreiben von gleich zwei verschiedenen Apps für Auskünfte und Ticketkauf. Wie auch anderswo kritisiert PRO BAHN Schleswig-Holstein/Hamburg, dass Verkehrsunternehmen und -verbünde Energie und Geld in konkurrierende Apps stecken, das vielleicht anderswo sinnvoller verwendet werden könnte. Für den Fahrgast ist die Situation verschiedener Apps für den gleichen Zweck mit abweichender Handhabung oft verwirrend.  [el]
 
06-Sep-26 Zubringerverkehre ab Bremen zu Logistikzentren
In Niedersachsen und Bremen gibt es Klagen darüber, dass zum Schichtwechsel in Logistikzentren in Ahlhorn und Achim zum Schichtwechsel Züge häufig überfüllt sind, weil die Kapazitäten unzureichend sind. An den beiden Standorten arbeiten jeweils mehr als 2500 bzw. mehr als 2000 Menschen. PRO BAHN Niedersachsen/Bremen macht daher Vorschläge, wie durch direkte Züge Bremen–Ahlhorn und durch Verlängerung von Zugleistungen über Bremen hinaus bis Achim diese Probleme gelöst werden könnten.  [el]
 
04-Sep-26 Effizienzgewinne im Eisenbahnsektor
Im Rahmen der Messe Innotrans in Berlin veranstaltet das Deutsche Verkehrsforum am 23.9.2026 eine Diskussionsrunde zum Thema "Wachstum durch Effizienzgewinne – für einen wirtschaftlichen, leistungsstarken und zukunftsfesten Eisenbahnsektor". Mit dabei sind beispielsweise Dr. Philipp Nagl von DB InfraGO sowie Prof. Dr. Lukas Iffländer für den Fahrgastverband PRO BAHN. Erinnert sei auch nochmals an die Veranstaltung "Mission Gemeinwohl: Hält die DB InfraGO ihre Versprechen?" am 9. September ebenfalls in Berlin.  [el]
 
02-Sep-26 Unterschiede beim Bus- und Bahnangebot
Zahlreiche Medien haben inzwischen über den ÖV-Atlas von Agora Verkehrswende berichtet. Kernaussage von Agora ist, dass gut ein Drittel der Bevölkerung sehr gut oder gut mit Bus und Bahn versorgt sind, während etwa ein Viertel der Menschen in Deutschland kein gutes Grundangebot im ÖPNV am Wohnort vorfinden. Betont wird dabei wie einmal der Unterschied zwischen städtischem Umfeld und ländlichen Regionen. Die Grafiken und Tabellen des Atlas zeigen diese Unterschiede teils deutlich.  [el]
 
02-Sep-26 Zukunftsstau auf der Schiene
Ein Bündnis aus Industrie, Gewerkschaften und Klima-Allianz Deutschland kritisiert die Finanzierungslücke beim Schienenausbau und warnt vor weiteren Kürzungen. Die Situation wird als "Zukunftsstau" bezeichnet. Gefordert werden jährlich vier Milliarden Euro für den Aus- und Neubau der Bahninfrastruktur, eine überjährige Finanzierung durch einen Fonds um Planungssicherheit zu gewährleisten, sowie eine Reform der Trassenpreise und eine Förderung des Einzelwagenverkehrs im Güterbereich (Forderungspapier).  [el]
 

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