PRO BAHN Aktivitäten
Fachtagung in Hildburghausen
Veranstaltung von PRO BAHN und Freies Wort am 28. Februar 2014
Mit Bahn und Bus zügig zwischen Thüringer Wald, Werratal und Bad Kissingen/Coburg unterwegsDie genannte Region, die sich über die ehemalige Grafschaft Henneberg erstreckte, war und ist, trotz zweier Landesgrenzen, wirtschaftlich und kulturell eng miteinander verflochten. Sie befindet sich in den wirtschaftlich bedeutenden Tourismusregionen Thüringer Wald, Rhön/Grabfeld und Coburger Land.
Der sanfte Tourismus mit öffentlichen Verkehrsmittel (ÖV) hat hier eine große Bedeutung und bietet noch unausgeschöpfte Potentiale. Dessen ungeachtet war die Entwicklung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) die letzten Jahrzehnte geprägt von Streckenstillegungen, Stagnation und Leistungsabbau. Erst mit Beginn der Bahnregionalisierung in den 1990-er Jahren kam es zu einem Modernisierungsschub des ÖPNV, der sich in erster Linie auf neue Fahrzeuge mit Niederflureinstiegen und den Ausbau der Fernverkehrsachse Erfurt - Schweinfurt - Würzburg beschränkte.
Mit den Regionalisierungsmittelkürzungen 2004 - 2008 wurde diese positive Entwicklung ausgebremst. Der massive Straßenausbau der letzten Jahrzehnte in Thüringen mit ca. 65 Zugangsstellen für den Schnellverkehr auf der Autobahn und der geplanten Reduzierung von 6 auf 2 Thüringer ICE-Systemhalte bis 2017 (Erfurt und Eisenach, Systemhalte werden mindestens alle zwei Stunden bedient), wirkt sich negativ auf die ÖPNV-Nutzung aus. Hinzu kommt der Demographische Wandel, der auch in der Region Südthüringen zu spüren ist.
Deshalb sind dringend weitere Investitionen, vor allem in den Ausbau der Bahn, nötig, um den bisherigen ÖV Standard zu halten und zu verbessern. Mit dem Werrabahnlückenschluss nach Coburg und einem Ausbau der Strecke für höhere Geschwindigkeiten könnten zum Beispiel die Reisezeiten von heute 4 Stunden, in der Relation Coburg - Hildburghausen - Eisenach - Kassel, auf 2,5 Stunden verkürzt werden oder von Hildburghausen nach Nürnberg von ca. 3,5 Stunden auf 2,5 Stunden. Mit einem ICE Systemhalt Coburg, der erst durch den Werrabahnlückenschluss möglich ist, wäre sogar eine Reisezeit von 1,5 Stunden von Hildburghausen nach Nürnberg möglich. Durch eine verbesserte Verknüpfung der Bahnknoten in Grimmenthal und der Bahn und Busknoten, sowie durch einen Tarifverbund (ein attraktiver Fahrschein für Bahn und Bus) könnten mehr Fahrgäste und Touristen für die Region gewonnen werden und dem Demographische Wandel entgegengewirkt werden. In diesem Sinne wollen die Referenten der Tagung Erfahrungen und Lösungsansätze auch aus anderen Regionen aufzeigen.
Tagungsprogramm
Ort: Rathaus Hildburghausen (1. Stock, Turmeingang)Termin: 28.Februar 2014, 10-17 Uhr
Tagungsleitung: PRO BAHN Landesverband Thüringen e.V., Dipl. Ing. Bernd Schlosser, Tel. (036963) 20040, Mail.
Tagungsorganisation: PRO BAHN Südthüringen/Coburg, Folke Ebert, Tel. (03685) 401103, Mail.
Moderation: Markus Ermert, stellvertretender Chefredakteur "Freies Wort", und Peter Lauterbach
- 10.15-10.20 Uhr:
Begrüßung: PRO BAHN, Folke Ebert
- 10.20-10.25 Uhr:
Grußwort des Bürgermeisters, Steffen Harzer
- 10.25-10.50 Uhr:
Erfahrungen mit der Neuausrichtung u. Neuausschreibung des Busverkehrs im
Landkreis Hildburghausen. Mirko Peter, Nahverkehrsbeauftragter für den Landkreis Hildburghausen
- 10.50-11.15 Uhr:
Mit einem verbesserten ÖV-Angebot mehr Feriengäste für den sanften Tourismus gewinnen.
Dr. Elke Hellmuth, UNESCO-Biosphärenreservat Vessertal-Thüringer Wald
- 11.15-11.40 Uhr:
Weiterentwicklung der Region durch den Werrabahn Lückenschluss.
Mario Dammköhler, Verkehrsreferent der Industrie und Handelskammer (IHK)
Südthüringen
- 11.40-12.05 Uhr:
Zukunftsplanungen der NVS für Südthüringen.
Thomas Grewing, eventuell auch der neue Geschäftsführer der Nahverkehrsservicegesellschaft Thüringen (NVS), Arne Behrens
- 12.05-12.40 Uhr: Mittagspause
- 12.40-13.05 Uhr: Touristische, länderübergreifende Verkehre am
Beispiel eines Lückenschlussprojektes zwischen Sachsen Anhalt und
Niedersachsen. Tobias Jensch , Nahverkehr Sachsen Anhalt (NASA)
- 13.05-13.30 Uhr: Kissinger Stern 2015: Chancen und zukünftige
Herausforderungen an die Flächenbahn zwischen Bayrischer Rhön und
Südthüringen. Nils Frase, Bayrische Eisenbahngesellschaft (BEG). Abt.
Planung Bereichsmanagement Unterfranken, Westfranken
- 13.30- 13.55 Uhr: Verkehrsverbund - ein Modell für Südthüringen?
Christoph Heuing, Verkehrsverbund Mittelthüringen (VMT)
- 13.55-14.15 Uhr: Kaffeepause
- 14.15-14.40 Uhr: Mit dem Integralen Takt und dem Ausbau der
Infrastruktur Tourismusgebiete an den Fernverkehr anschließen. Karl-Peter
Naumann, Ehrenvorsitzender, Fahrgastverband PRO BAHN
- 14.40-16.30 Uhr:
Politiker Stellungnahmen und
Diskussionsrunde mit: MdB Marc Hauptmann (CDU, musste wegen einer Auslandsreise kurzfristig
absagen; Vertreter angefragt), MdB Iris Gleicke (SPD), Ostbeauftragte im Bundestag,
MdB Ralph Lenkert, Umweltpolitischer Sprecher der Linken im Bundestag,
MdB Stephan Kühn, Verkehrspolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag
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