Bauausschuss am Dienstag / Prioritäten bei der U-Bahn München setzen: Freiham oder Olympiaanbindung

Medieninformation vom 5. Oktober 2026

Am Dienstag, dem 6. Oktober, soll im Bauausschuss des Münchner Stadtrats der Start der Planfeststellung für die U-Bahn von Pasing nach Freiham beschlossen werden. Zugleich soll die Ausführungsplanung für den Abschnitt beauftragt werden. In den Jahren 2028 bis 2031 würden dann zusätzlich 42 Millionen Euro nur für Planungsleistungen fällig.

Andreas Frank, Münchner Sprecher des Fahrgastverbandes PRO BAHN, hält allerdings eine parallele Planung der U-Bahn nach Freiham und einer U-Bahn ins geplante Olympische Dorf bei Daglfing für ausgeschlossen: „Beides gleichzeitig ist nicht möglich. Wenn man die U-Bahn nach Freiham jetzt fertigplanen möchte, bedeutet das, auf die U-Bahn im Osten zu verzichten. Die Erschließung des Olympischen Dorfes kann und muss dann durch eine Trambahnstrecke erfolgen."

Der Fahrgastverband PRO BAHN fordert allerdings, Freiham zunächst besser an die bestehenden S-Bahn Haltepunkte anzubinden sowie Expressbuslinien einzuführen. Die Bushaltestelle Aubing Bahnhof ist derzeit über 200 Meter von der S-Bahn-Haltestelle entfernt und wird daher von Ortsfremden zu oft nicht gefunden. Daher muss die ÖV-Trasse in der Aubinger Allee nach Norden bis zur S4 fortgesetzt werden, so dass der Bus dann künftig direkt am S-Bahnhalt Aubing halten kann. Auch der S-Bahnhalt Freiham mit seinen drei verschiedenen Haltestellen sorgt für Verwirrung und unnötig lange Umsteigewege. Im Zuge der laufenden Umbaumaßnahmen sollte eine zentrale Haltestelle direkt am Bahnsteig eingerichtet werden. „Der S-Bahnhalt Freiham wurde ebenso wie die Siedlung »auf der grünen Wiese« errichtet. Dabei hatte man viele Möglichkeiten für ein gutes Ergebnis. Stattdessen ist die Situation heute sehr unbefriedigend.“ so der PRO-BAHN-Sprecher. Die Fußgängerquerung der Bodenseestraße sollte deutlich angenehmer gestaltet werden, beispielsweise durch Reduktion der Fahrspuren und einer von Bäumen umsäumten Fläche zwischen beiden Fahrtrichtungen. Zudem sei zu überlegen, die Bundesstraße B2 nicht nur zwischen Germering Nord und Freiham Mitte, sondern weiter bis zum Mittleren Ring durch die Autobahn zu ersetzen; dies eröffnet auch mehr Gestaltungsraum zwischen Freiham und dem S-Bahnhalt Freiham.

Da die Busse jetzt schon stark genutzt sind, und weiterhin neue Wohnungen bezogen werden, sind zusätzliche Expressbuslinien nötig, da bis zu einer Schienenanbindung noch weit über ein Jahrzehnt vergehen wird. Konkret schlägt PRO BAHN drei Linien vor, die gemeinsam die Siedlung Freiham auf der ÖV-Spur der Aubinger Allee zwischen den S-Bahnhalten Freiham und Aubing erschließen. Eine Linie führt von Pasing über die Bodenseestraße zum S-Bahnhalt Freiham und dann weiter über die Aubinger Allee. Die zweite Linie führt von Pasing über Westkreuz zum S-Bahnhalt Aubing und dann weiter über die Aubinger Allee. Als Querverbindung schlägt der Verband einen Expressbus vom S-Bahnhalt Freiham über die Aubinger Allee und den S-Bahnhalten Aubing, Langwied, Untermenzing bis nach Moosach vor. Als Ersatz für den bestehenden Bahnübergang ist beim geplanten Ausbau der S4 eine Umweltverbundunterführung sinnvoll, die auch aufwärtskompatibel für eine künftige Tram ist. „Damit entsteht ein attraktives Busnetz, das auch während des Baus der U-Bahn noch nutzbar bleibt“ so Andreas Frank.

Verantwortlich: Andreas Frank

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