PRO BAHN Pressemeldungen aus Bayern
Herausgeber: PRO BAHN Bezirksverband OberbayernPressemeldung vom 01.06.2026
Zweite S-Bahn-Stammstrecke München: Weitere Verzögerung
Neuer Bahnsteig Laim nicht vollständig in Betrieb trotz Sperrungen/Auswirkungen auf Tram-Westtangent
Der Fahrgastverband PRO BAHN kritisiert, dass trotz der S-Bahn-Sperre letzte Woche der neue Bahnsteig in Laim weiterhin nicht komplett in Betrieb ist. „Es ist nicht nachvollziehbar, wieso die Fahrgäste unter einer Sperrung leiden müssen, aber die eigentlich geplanten Hauptbauarbeiten ausfallen” so Andreas Frank, Sprecher des Fahrgastverbandes PRO BAHN in München. Dies ist bereits mindestens die dritte wesentliche Verzögerung beim neuen Bahnsteig in Laim. Schon die Inbetriebnahme des ersten Gleises wurde mehrfach verschoben. Letzte Woche war die Inbetriebnahme des zweiten Gleises angesetzt; dies wurde jedoch nicht durchgeführt. Die Verzögerungen bei der Inbetriebnahme des neuen Bahnsteigs verzögern die Fertigstellung der Umweltverbundröhre Laim, und damit auch die Fertigstellung der Tram-Westtangente.Nach dem Verband vorliegenden Informationen ist auch diesesmal Ursache der Verzögerungen, dass wie im April 2023 kein Abnahmeprüfer für die geänderten Signale aufzutreiben war. „Wir fordern DB InfraGo auf, binnen eines halben Jahres eine Strategie vorzulegen, wie der Mangel an Abnahmeprüfern kurz-, mittel- und langfristig behoben wird. Wir werden das Thema auch gegenüber Bundesverkehrsministerium und Bundestag ansprechen und erwarten Lösungen.“ so Prof. Lukas Iffländer, Bundesvorsitzender des Fahrgastverbands PRO BAHN.
Im Vorfeld hatte die Deutsche Bahn noch kommuniziert: »Sobald … der erste neue Bahnsteig mit den Gleisen 1 und 2 komplett in Betrieb … ist, starten die Bauarbeiten für den zweiten Bahnsteig. Dafür muss der alte Bahnsteig stadteinwärts abgerissen und neu gebaut werden. Deshalb können ab 1. Juni voraussichtlich bis 2028 die aus Pasing kommenden Linien S3, S4, S6 und S8 in Fahrtrichtung Innenstadt nicht mehr in Laim halten.« Dieses Etappenziel wurde verfehlt, die S-Bahnen halten wie bisher. Das bedeutet: jeder Tag, der jetzt vergeht, führt direkt zu einer zusätzlichen Verzögerung des neuen Bahnsteigs und damit auch der Umweltverbundröhre. „Wir fordern den Freistaat Bayern als Projektverantwortlichen und die Deutsche Bahn als Bauherr auf, dafür zu sorgen, dass die Inbetriebnahme des Gleises 2 bald erfolgreich durchgeführt wird. Dass ein wichtiger Bauschritt bei einem Milliardenprojekt kommentarlos verschoben wird, ist nicht akzeptabel und gehört aufgeklärt” so Andreas Frank. Zudem fordert der Verband den Freistaat Bayern auf, seiner Aufsichtsfunktion besser nachzukommen und für eine verbindliche und verlässliche Projektkommunikation zu sorgen. „Von außen ist nicht beurteilbar, ob das Land nicht rechtzeitig informiert wurde, oder die Auswirkungen auf die Fahrgäste nicht richtig beurteilt hat. Leider häufen sich bei diesem sehr teuren Projekt die Verzögerungen. Hier muss konsequent gegengesteuert werden, und bedarfsweise auch vom Land frühzeitig eskaliert werden, anstelle die immer weiteren Verzögerungen hinzunehmen“ so Andreas Frank weiter. Er fordert zudem die Deutsche Bahn und den Freistaat Bayern auf, die der Stadt und den Stadtwerken entstehenden Mehrkosten bei der Tram-Westtangente zu übernehmen. „Durch die mangelnde Projektaufsicht schadet der Freistaat Bayern nicht nur dem S-Bahn-System, sondern verzögert auch noch das städtische Projekt der Tram-Westtangente. Die Ursache der Verzögerungen liegt hier eindeutig beim Projekt, und nicht bei den so gern dafür gescholtenen Beteiligungsrechten der Bürger oder den rechtsstaatlichen Verfahren.“ so der PRO-BAHN-Sprecher.
Rückfragen bitte an PRO BAHN Geschäftsstelle Bayern, Agnes-Bernauer-Platz 8, 80687 München, Tel.: (089) 530031, oberbayern@pro-bahn.de
v.i.S.d.P.: Andreas Frank

