PRO BAHN Pressemeldungen aus Bayern

Herausgeber:  PRO BAHN Stadt- und Kreisgruppe München

Pressemeldung vom 02.10.2025

Erster Spatenstich für Tram Münchner Norden nach Neufreimann sehr erfreulich

Forderung: Tram-Cityring in höchste Planungspriorität nachrücken

Der Fahrgastverband PRO BAHN begrüßt den offiziellen Baustart der Tram Münchner Norden heute. „Dies ist sehr erfreulich für die 15.000 künftigen Bewohner von Neufreimann (der früheren Bayernkaserne), da mit der Tram 23 im Jahr 2029 eine gute Verkehrsanbindung geschaffen wird.“ so Andreas Barth, Münchner Sprecher des bundesweiten Fahrgastverbandes PRO BAHN. Denn beim Umzug entscheiden die Bürger neu über ihr Mobilitätsverhalten. Deshalb ist es wichtig, dass zu diesem Zeitpunkt ein gutes Angebot beim Öffentlichen Nahverkehr besteht oder zumindest für die nahe Zukunft konkret absehbar ist.

„In Neufreimann gebührt der Stadt und dem Stadtrat das Lob, dass sie eher dran sind und nicht wie beispielsweise in Freiham viel zu spät. Die Tram bietet eine attraktive Anbindung. Gute Lösungen müssen auch gebaut werden. Deshalb ist der heutige Spatenstich ein Grund zum Feiern“ so der PRO BAHN-Sprecher. Die Tram ist das richtige Verkehrsmittel für Neufreimann, da sie weitaus attraktiver und leistungsfähiger als ein Bus ist und dennoch nur einen Bruchteil einer U-Bahn kostet. Wird wie hier ein Rasengleis gebaut, führt dies zudem zu einer Entsiegelung der Oberfläche. „Auch und gerade beim aktuellen Spardruck ist es daher wichtig, gezielt in die Tram zu investieren. Denn dies senkt den Aufwand für den Busbetrieb und ermöglicht auch mit weniger Fahrpersonal ein besseres Angebot. Zudem ist die Tram erheblich billiger als eine U-Bahn und bringt damit etwa dreimal soviel Angebot pro Euro“ fordert PRO BAHN die konsequente Umsetzung der Tramplanungen der Stadt München.

Kieferngarten als Ziel der ersten Strecke der Tram Münchner Norden ist richtig. Denn die Fahrgäste wollen dort in die U-Bahn umsteigen und nicht nur vorbeigefahren werden. Lange Umsteigewege würden die Strecke unnötig unattraktiv machen. Dies ist auch im Planfeststellungsbeschluss gut begründet.

Nochmals attraktiver wird die jetzt begonnene Strecke mit dem zweitem Ast von Neufreimann bis zur U2 Am Hart, für den nach dem Trassierungsbeschluss jetzt das Planfeststellungsverfahren ansteht und der gleichzeitig im Jahr 2029 eröffnet werden soll. „Von der Haltestelle Am Hart führt perspektivisch nicht nur die U-Bahn weiter, sondern mit der Tram Y-Nord eine weitere Strecke über die Station Petuelring Richtung Innenstadt. Damit profitiert dann der gesamte Münchner Norden von dem Trambahnbau, für den Neufreimann Impulse setzt. Die Ergänzung von Strecken, die schon für sich alleine genommen sinnvoll sind, zu einem attraktiven Netz und der Bau der Strecken nach Neufreimann sorgen dafür, dass das Neubauviertel mit seinen 15.000 Einwohnern mit dem Umweltverbund gut erschlossen sein wird. Dieses Vorgehen kann dann auch als Vorbild für andere Neubauviertel in München dienen.“ so Andreas Barth. „Die Münchner Bürger haben bei der letzten Stadtratswahl klar für die Verkehrswende gestimmt, dazu gehört auch die Umverteilung des Straßenraums zugunsten des Umweltverbunds sowie von Aufenthaltsmöglichkeiten. Daran muss sich das Handeln der Stadt messen lassen.“

Der Fahrgastverband fordert anlässlich des Baubeginns, dass der Tram-Cityring in die höchste Kategorie im Nahverkehrsplan nachrückt. Die Stadt München hat in ihrem ÖPNV-Bauprogramm die künftigen Tram-Strecken in drei Kategorien einteilt. Da mit Westtangente und der Tram Münchner Norden zwei Strecken der obersten Kategorie in Bau sind, bietet sich der Cityring als Nachrücker in diese Kategorie an. Diese Strecke ist bislang in der zweitobersten Kategorie und verbindet unter anderem die Silberhornstraße mit dem Hauptbahnhof über den Goetheplatz. Derzeit fährt dort der Cityring-Bus 58/68. Eine Aufwertung zu einer Tram führt zu einer höheren Kapazität aufgrund größerer Fahrzeuge, und gleichzeitig zu einer höheren Attraktivität und Nachfrage und ist ein wichtiger Beitrag für eine moderne Mobilität. Er stärkt das Trambahnnetz bei Baustellen und schafft zusätzliche Kapazitäten im schon dicht befahrenen Innenstadtnetz.

Rückfragen bitte an Andreas Barth, Bezirksverband Oberbayern, Stellvertretender Vorsitzender, E-Mail: andreas.barth@muenchen.pro-bahn.de
v.i.S.d.P.: Andreas Barth