„Eine Privatisierung der Deutschen Bahn AG mit dem Schienennetz wird die Versorgung Niedersachsens mit einem landesweiten Schienenangebot beenden“, sagt Björn Gryschka, Landesvorsitzender des Fahrgastverbandes Pro Bahn Niedersachsen. „Die jetzt bekannt gewordenen Pläne der Deutschen Bahn und des Bundesverkehrsministers können eine Stilllegung schon „morgen“ bedeuten, sollten sicherheitsrelevante bauliche Mängel an Bahnsteigen, Brücken oder Bahndämmen auftreten. Damit wird die von Pro Bahn immer wieder befürchtete kurzfristige Stillegungsabsicht von Bahnhöfen und Haltepunkten im Rahmen einer Privatisierung der Bahninfrastruktur nachhaltig bestätigt.“ Die Bahn ist aber das Rückgrat des Nahverkehrs in einem Flächenland, nur mit ihr sind Reisezeiten vergleichbar dem Auto zu erreichen. Die Beförderungszahlen öffentlicher Verkehrsmittel steigen durch die hohen Benzinpreise in den letzten Jahren über dem Durchschnitt anderer Verkehrsmittel, wie auch die Deutsche Bahn immer wieder betont. „Und nun will sich das klimaschonendste Verkehrsmittel Bahn selbst amputieren?“ fragt Gryschka
Im Einzelnen sind u.a. folgende Strecken und Bahnhöfe in Niedersachsen von einer technischen Stilllegung evtl. „schon morgen“ durch unterlassene Investitionen bedroht:
- Uelzen – Soltau – Langwedel (-Bremen)
- Uelzen – Gifhorn – Baunschweig (vorgesehene Regionalstadtbahnstrecke)
- Zwei Drittel aller Harz-Strecken
- Alle Strecken im Weserbergland zwischen Holzminden und Göttingen
- (Hildesheim) – Elze – Hameln – Löhne
- die internationale Strecke (Bremen - ) Leer – Grenze (- Groningen)
- sämtliche Zwischenbahnhöfe der ICE-Strecke Hildesheim – Braunschweig
- die erst kürzlich sanierten Bahnhöfe Achmer und Mühlen im Weser-Ems-Bereich
Gryschka: „Damit werden hunderttausende Niedersachsen vom Bahnzugang abgeschnitten.
Besser wäre es, durch Übernahme regionaler Strecken in die Zuständigkeit einer Landesgesellschaft Investitions- und Unterhaltungskosten im Bereich von 40 % zu sparen (Beispiel: Osnabrück – Bad Rothenfelde) und die Strecken rationaler zu betreiben. Das Vorhaben von Mehdorn und Tiefensee ist ein Offenbarungseid, kein verantwortungsvoller Politiker kann nun einer Privatisierung des Netzes noch zustimmen.“
Landesmittel für den
Nahverkehr nur ein erster Schritt
Pro Bahn sieht noch keinen
Sinneswandel bei der Landesregierung.
Die
niedersächsischen Regierungsfraktionen haben für die Jahre 2008 und 2009 jeweils
15 Mio Euro aus Landesmitteln für den Schienennahverkehr vorgesehen. „Dies kann
nicht das letzte Wort sein!“, gibt sich Björn Gryschka, Landesvorsitzender des
Fahrgastverbandes Pro Bahn, noch sehr zurückhaltend. Im Jahr 2008 fehlen dem
Nahverkehr durch die Kürzung der Regionalisierungsmittel über 60 Mio. Euro.
„Außerdem vermisst der Fahrgast vor Ort die Perspektive. Es kann doch nicht
sein, dass im laufenden Jahr z. B. im Braunschweiger Bereich 9 Prozent der Züge
eingespart wurden, im Jahr 2008 und 2009 möglicherweise wieder fahren, 2010 aber
wieder alles offen ist.“ Inhalt des Kompromisses zwischen Bundestag und
Bundesrat im vergangenen Jahr war, dass die Länder die stetig zufließenden
Mittel aus der Mehrwertsteuererhöhung zum Teil für den Ausgleich der
Regionalisierungsmittelkürzung verwenden. Mittel aus den stärker sprudelnden
landeseigenen Steuern bieten genau diese Perspektive nicht, weil sie stark
konjunkturabhängig sind.
Die besondere finanzielle Förderung muss aus Sicht des Fahrgastverbandes noch
etwa 5 Jahre auf der Höhe des Jahres 2006 gehalten werden. Dann sind weitere
Einsparerfolge – wie schon in den vergangenen 8 Jahren - durch laufende
Ausschreibungen auch ohne Leistungskürzungen für den Fahrgast möglich. Zudem
steigen schon seit einiger Zeit immer mehr Niedersachsen in die Bahnen um, so
dass bei den Fahrgeldeinnahmen mit Steigerungen und somit weniger öffentlichem
Finanzierungsbedarf zu rechnen ist.
„Für die nächsten 5 und nicht nur die nächsten 2 Jahre muss die Landesregierung also erheblich nachbessern, wenn sie nicht Niedersachsen von der zukunftsträchtigen Entwicklung des klimafreundlichen Schienenverkehrs in Deutschland abkoppeln will“, so Gryschka abschließend.
Osnabrück (pb).
Der Fahrgastverband Pro Bahn lehnt die weitere Reduzierung des öffentlichen
Verkehrs insbesondere auf der Schiene ab. „Angesichts der klimapolitischen
Herausforderungen ist es völlig kontraproduktiv, den umweltfreundlichen
öffentlichen Verkehr zu reduzieren. Landesmittel aus der Mehrwertsteuererhöhung
müssen stattdessen in den Erhalt und den weiteren Ausbau des Schienenverkehrs im
Land fließen“, sagte der Landesvorsitzende Björn Gryschka anlässlich der
Verleihung der Auszeichnung „Silberner Schienennagel 2007“ in Osnabrück am
Wochenende (zum
vollständigen Redetext).
Pro Bahn würdigt mit der Verleihung das besondere Engagement der „Initiative Haller Willem“ um die Modernisierung und den Wiederaufbau der Bahnstrecke zwischen Osnabrück und Bielefeld. In 16-jähriger ehrenamtlicher Arbeit sei es den Mitgliedern gelungen, nicht nur die Stilllegung zu verhindern, sondern die Strecke als einzige Bahnlinie in Niedersachsen reaktivieren zu lassen. Heute finden die Fahrgäste ein vertaktetes Angebot mit modernen Zügen zu attraktiven Fahrzeiten vor. Der Vorsitzende der Initiative, Johannes Bartelt, dankte für die Würdigung und wies auf die weiteren Ziele der Initiative hin, z. B. einen Spätverkehr am Wochenende einzuführen.
Gryschka: „Dieses Projekt ist ein sehr gutes Beispiel, wie attraktiv moderner Nahverkehr sein kann. Die niedersächsischen Bahnerfolge hier wie auch bei der NordWestBahn Oldenburg, HarzWeserBahn oder metronom Hamburg – Göttingen werden zur Zeit jedoch gefährdet durch die starre Haltung der Landesregierung, keine Gelder aus der Mehrwertsteuererhöhung zur Finanzierung des Nahverkehrs zu verwenden.“ Ende März wurde mit Unterstützung von Pro Bahn eine Volksinitiative gestartet, die die Bereitstellung dieser Mittel zum Ziel hat; weitere Informationen unter www.volksinitiative-bus-und-bahn-in-niedersachsen.de.
Volksinitiative gegen Kürzungen bei Bus und
Bahn gestartet
Am
heutigen Tag hat der niedersächsische Landeswahlleiter die Unterschriftenlisten
für die Volksinitiative offiziell freigegeben Unter
www.volksinitiative-bus-und-bahn-in-niedersachsen.de können alle
wahlberechtigten Niedersachsen mit ihrer Unterschrift den Landtag formell dazu
bringen, sich mit den aktuellen Kürzungsplänen besonders im Bahnverkehr
beschäftigen zu müssen. Pro Bahn Niedersachsen unterstützt die Initiative, weil
nicht einzusehen ist, dass die Verabredung zwischen Bundestag und Bundestag, die
erhöhten Mehrwertsteuereinnahmen teilweise
zur Kompensation der gekürzten Regionalisierungsmittel einzusetzen, von
Niedersachsen nicht umgesetzt wird.
Den Bus- und Bahnfahrer/innen in Niedersachsen drohen in den nächsten Jahren
massiv ausgedünnte Fahrpläne und höhere Fahrpreise bei weniger Komfort. Allein
in der Region Hannover z.B. sollen in 2008 bis zu 8,1 Millionen Euro für
Fahrleistungen im Bahn- und Busverkehr gestrichen werden. Eine starke
Einschränkung der Mobilität im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) ist auch
in der Region Braunschweig zu erwarten. Hier wurden bereits in diesem Jahr neun
Prozent des Angebots gestrichen. Die Verbindungen zur Tourismusregion Harz
wurden deutlich
verschlechtert. Für 2008 ist eine weitere Reduktion des Verkehrsangebotes
angekündigt.
Ein guter Zug fürs Klima
Mit diesem Spruch wirbt Pro Bahn in den
nächsten 12 Wochen in der Hildesheimer Fußgängerzone für die Nutzung des
klimafreundlichen ÖPNV. Anlass ist die spektakuläre „Eisblockwette“, die bis zum
Tag der Umwelt am 05.06.07 in der Hildesheimer Fußgängerzone läuft (www.klimaschutz.kbserver.de/_eisblockwette.html?&L=1).
Wie sonst Firmen aus der Energiebranche, vom Handwerk und dem Baustoffbereich
sponsert Pro Bahn diese spannende Demonstration zum Energiesparen. Denn auch wer
Bus und Bahn nutzt, kann seinen individuellen Energieverbrauch und damit den
CO2-Ausstoß erheblich reduzieren: „Nach einer Studie des Verbandes Deutscher
Verkehrsunternehmen reduziert jeder Pkw-Fahrer, der in der Rush-Hour z. B. den
Linienbus nimmt, den CO2-Ausstoß um 95 Prozent“, sagt Björn Gryschka. Die
originelle Klimawette, die in Hildesheim als einer der wenigen niedersächsischen
Städte durchgeführt wird, verdeutlicht anschaulich den Sinn von
Energieeinsparung. Zum Ausprobieren des ÖPNV stellt Pro Bahn 5
Niedersachsen-Tickets für die besten Wetter zur Verfügung.
Verspätungen im täglichen Betrieb,
mangelnde Flexibilität bei Baustellen: Das DB Streckennetz in Niedersachsen hat
mittlerweile oft Kapazitätsprobleme.
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Der niedersächsische Verkehrsminister Walter Hirche in der Goslarschen Zeitung vom 09.12.06: "Das Land wird die Regionalisierungsmittelkürzungen nicht ausgleichen. Das kommt nicht in Betracht. Aus Sicht der Landesregierung ist lediglich wünschenswert, dass alle Regionen schienenseitig angemessen erschlossen werden. Das gilt auch für den Harz, obwohl der Anteil der mit der Bahn anreisenden Urlauber derzeit unter zehn Prozent liegt."
Zum Landesjubiläum wurde "breitspurige" Werbung für den niedersächsischen Nahverkehr betrieben. Doch die Substanz der Werbesprüche fehlt nun: Innerhalb von 4 Tagen hat Minister Hirche offenbar die Folgen seiner Politik in seinem eigenen Leben bemerkt. |
Niedersächsisches Bündnis: Keine Kürzungen bei Bahn und Bus!
Die Bundeskürzungen bei den Regionalisierungsmitteln werden den ÖPNV (Öffentlicher Personennahverkehr) in Niedersachsen in den nächsten Jahren besonders hart treffen. Anders als die Landesregierungen von Hessen, Bayern, Berlin, Sachsen, Schleswig Holstein und Brandenburg will die Landesregierung hier keine eigenen Mittel bereitstellen, um die drastische Kürzung der Bundesförderung für den ÖPNV auszugleichen, obwohl die Finanzausstattung hierfür in Niedersachsen schon heute zu knapp ist, um die Anforderungen der Daseinsvorsorge und den Handlungsbedarf zum Klimaschutz damit ausreichend zu erfüllen.
Dies ist insbesondere deshalb nicht akzeptabel, weil die derzeitige Landesregierung erhebliche Mitverantwortung für die Kürzungsvorgabe des Bundesfinanzministers trägt: Seit 2003 findet in Niedersachsen eine zunehmende Zweckentfremdung der Regionalisierungsmittel und eine überproportionale Kürzung des ÖPNV Budgets insgesamt statt.
Um die Verantwortung der Regierungskoalition für die drohende Unterfinanzierung des ÖPNV in Niedersachsen zu verdeutlichen, ist ein Rückblick auf die vergangenen Jahre nötig:
Seit 2003 werden Gelder aus den Regionalisierungsmitteln, die vom Bund kommen, zur Finanzierung der Landesaufgabe Schülerverkehr zweckentfremdet. Inzwischen ist diese Zweckentfremdung von zunächst 58 Mio. € auf 100 Mio. € jährlich angewachsen. Das ist der höchste Betrag bundesweit.
Außerdem hat die Koalition die Mittelvergabe im Förderbudget aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) geändert. Hatten Schiene und Straße früher den gleichen Anteil, so werden die GVFG-Mittel heute zu 60% (73 Mio. €/Jahr) auf die Straße und nur noch zu 40% (49 Mio. €/Jahr) auf die Schiene verteilt.
Daneben wurde das Nahverkehrsgesetz 2005 so geändert, dass 34 Mio. €/Jahr aus den Regionalisierungsmitteln des Bundes ohne hinreichende Zweckbindung direkt an die Kommunen gegeben werden. Ein Ersatz von kommunalen Mitteln durch Bundesmittel kann daher nicht ausgeschlossen werden, wodurch dem ÖPNV weitere Mittel entzogen werden.
Durch Einsparungen im Zuge von Ausschreibungen der Verkehrsleistungen, Rationalisierungen und Optimierungen innerhalb der Verkehrsunternehmen und ein sparsame Wirtschaftsführung der Aufgabenträger für den Schienenpersonennahverkehr konnte in Niedersachsen das Fahrplanangebot für die Bürgerinnen und Bürger überhaupt erst auf ein halbwegs attraktives Niveau gebracht werden. Allerdings ist auf vielen Strecken das Angebot auch heute noch als nicht akzeptabel zu bezeichnen.
Die jetzt beschlossene Kürzung wird die positiven Ansätze und die noch nicht abgeschlossene Entwicklung beenden. Sie wird sogar zu einer dramatischen Rückentwicklung führen.
Das Land hat aber Möglichkeiten, dieses abzuwenden:
Durch die Bundesratsbeschlüsse vom 26.06.2006 erhalten die Länder einen Anteil aus den Einnahmen der Mehrwertsteuererhöhung. Für Niedersachsen handelt es sich um ca. 600 Mio. €/Jahr, die den Landeshaushalt erheblich entlasten werden. Im Gegenzug wurden auf derselben Bundesratssitzung die Regionalisierungsmittel bis 2010 vom Bund um bis zu 13 Prozent gekürzt. Niedersachsen muss hier in der Summe mit Kürzungen von 283 Mio. € rechnen. Der Minderbetrag beträgt 48 Mio. € für 2007 und steigert sich bis 2010 auf 85 Mio. €/Jahr.
Die Absicht der Landesregierung, die drastische Bundeskürzung der Regionalisierungsmittel anteilig an alle Kostenstellen und Verkehrsträger des öffentlichen Personennahverkehrs durchzureichen, wird zwangsläufig zu Leistungsabbestellungen , Streckenstilllegungen sowie unverträgliche Preiserhöhungen im ganzen Land führen und trifft damit insbesondere mobil eingeschränkte Personen. Der Fahrzeugbestand wird schnell veralten, Personal wird weiter abgebaut und das öffentliche Verkehrsangebot zwangsläufig reduziert. Dagegen werden Chancen nicht ergriffen, wie Beispiele erfolgreicher Privatbahnen (Metronom) zeigen. Durch attraktive Preisgestaltung und Barrierefreiheit können mehr mobil eingeschränkte Menschen diese Bahnen nutzen, was insgesamt zur Erhöhung der Passagierzahlen beiträgt.
Am schnellsten und härtesten machen sich die Einschnitte in der Region Braunschweig bemerkbar. Dieses liegt unter anderem an der Tatsache, dass hier viele Strecken oder Leistungen nicht zum so genannten Grundangebot, sondern zum Zusatzangebot gehören, für die es keine Regionalisierungsmittelzuweisungen gibt.
Anmerkung von Pro Bahn: Insbesondere ursächlich für die Finanznot des
Zweckverbandes sind die in den vergangenen 10 Jahren unterlassenen
Ausschreibungen von Verkehrsleistungen. Somit konnten keinerlei Reduzierungen
bei den Bestellerentgelten realisiert werden. Der Zweckverband hat sich im
Schienenverkehr langfristig und zu teuer an einen einzigen Anbieter gebunden.
Schon zum 10. Dezember 2006 kürzt der Zweckverband Großraum Braunschweig (ZGB) das Zugangebot auf der Bahnstrecke Bad Harzburg - Goslar - Seesen drastisch um die Hälfte. Aber auch am Wochenende wird beispielsweise der Takt auf den Strecken Braunschweig - Helmstedt - Magdeburg oder Braunschweig - Wolfsburg auf einen 2-Stunden-Takt reduziert. Touristische Attraktionen wie der Harz oder Autostadt und Phaeno in Wolfsburg sind damit für Bürgerinnen und Bürger ohne Auto schwieriger zu erreichen.
Auch das zukunftsweisende Projekt RegioStadtBahn im Großraum Braunschweig, bei dem die Verkehrsleistung gesteigert werden soll, um auf vielen Strecken überhaupt ein kundenfreundliches und attraktives Angebot zu schaffen, ist durch die Kürzung gefährdet.
Letztlich stehen durch die fehlende Förderung aber überall im Land schwächer ausgelastete ÖV-Strecken wie Lüneburg - Dannenberg, Northeim - Bodenfelde, Uelzen – Soltau - Bremen, Hildesheim - Braunschweig und Schöppenstedt - Helmstedt auf dem Prüfstand.
Die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) kann zunächst für 2007 die Kürzungen bei den Mitteln für Betriebsleistungen noch ausgleichen, indem sie auf die noch vorhandenen Rücklagen für eingeplante Ausbauprojekte zurückgreift (Anfang 2006 waren das noch fast 80 Mio. €). Es ist zu befürchten, dass damit auch die geplanten Netzausbauten wie die Heidebahn und die S-Bahn Hannover-Hildesheim oder die S-Bahn Bremen zur Disposition stehen werden. Nach und nach werden die Kürzungseingriffe von Land und Bund alle Regionen des Landes erreichen. Damit erhält das seit Jahren erfolgreich umgesetzte Konzept „Niedersachsen ist am Zug“ einen dramatischen Rückschlag.
Die im Niedersächsischen Bündnis gegen Kürzungen bei Bahn und Bus zusammengeschlossenen Vereine, Verbände, Gewerkschaften und Parteien fordern deshalb die Landesregierung auf, zusätzlich zu den Finanzspielräumen aufgrund der Mehreinnahmen im Haushalt durch Umschichtungen und effizienteren Mitteleinsatz weitere Möglichkeiten zu schaffen, die diese negativen Folgen im niedersächsischen ÖPNV verhindern. Nur so wird weiterhin ein moderner, kundenfreundlicher und attraktiver ÖPNV in Niedersachsen vorhanden sein:
Die im Bundesrat angekündigte Verminderung der Kürzung um 500 Mio. € muss endlich umgesetzt und gesetzlich festgeschrieben werden, damit Planungssicherheit vor Ort besteht. Ministerpräsident Wulff ist hier gefordert, sich hierfür im Bundesrat einzusetzen.
Die Mittel des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) müssen ab dem Haushaltsjahr 2007 wieder zu gleichen Teilen auf Schiene und Straße aufgeteilt werden.
Zukünftig ist durch eine ergänzende Verordnung eine strenge Verwendungsvorgabe und -kontrolle bei den Nahverkehrsgesetzmitteln durchzusetzen.
Umstrittene Planungen für Straßenneubauprojekte müssen für die Substanzerhaltung im ÖV ausgesetzt und Vorratsplanungen bei nicht gesichertem Mittelzufluss beendet werden.
Nur so wird es möglich, vor Ort noch akzeptable Lösungen mit den Verkehrsunternehmen zu erarbeiten, um das derzeitige ÖPNV-Angebot im Flächenland Niedersachsen zu erhalten und weiter zu verbessern.
Die Landesregierung hat es in der Hand, im Interesse der Fahrgäste und Beschäftigten im niedersächsischen ÖPNV die Weichenstellungen für die Fortführung ihres Konzeptes „Niedersachsen ist am Zug“ zu setzen. Dafür sind folgende Punkte wichtig:
Der Verkehr in der Fläche darf nicht auf der Strecke bleiben. So genannte schwächer ausgelastete Verbindungen dürfen nicht wie damals bei der Deutschen Bundesbahn gekürzt werden. Sie müssen gestärkt werden, wie z.B. die Strecke von Osnabrück nach Oldenburg (Oldb.) und Wilhelmshaven mit der Nordwestbahn, um damit mehr Fahrgäste zu gewinnen.
Daseinsvorsorge und Barrierefreiheit dürfen nicht vernachlässigt werden, weil sonst Menschen mit mobilen Einschränkungen (behinderte Menschen, Senioren, Kinder und sozial Schwache) sowie Personen ohne Auto benachteiligt werden.
Der - angesichts des nicht mehr zu verhindernden Klimawandels - immer dringlicher werdende Klimaschutz erfordert ein Umdenken im Verkehrsbereich. Auch schärfer werdende Vorgaben der EU bei Luftreinhaltung und Lärmschutz lassen ein „weiter so“ nicht zu. Ziel des Umdenkens muss die Beeinflussung der Verkehrsmittelwahl zugunsten der Verkehrsträger des Umweltverbundes und zulasten des motorisierten Individualverkehres sein. Erreichen lässt sich dieser Umstieg in Bezug auf den ÖPNV aber nur, wenn die Attraktivität des ÖPNV in den Städten wie auch in der Fläche weiter gesteigert wird.
Das Service- und
Dienstleistungsangebot des ÖPNV darf nicht abgebaut, sondern muss ausgebaut
werden.
So muss z.B. die Fahrradmitnahme weiter verbessert werden. Denn
vor allem in ländlichen und touristischen Gebieten ist das Fahrrad die optimale
Ergänzung zum SPNV und ÖPNV und sichert die Mobilität vieler Bürgerinnen und
Bürger.
Mit diesen Maßnahmen werden nicht nur die Mobilitätsbedürfnisse der Kunden erfüllt, sondern auch Arbeitsplätze gesichert und neue geschaffen.
Hannover, den 20.11.2006
Das Niedersächsische Bündnis „Keine Kürzungen bei Bahn und Bus“ ist ein Zusammenschluss von Verkehrsclub Deutschland (VCD), Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club (ADFC), Fahrgastverband PRO BAHN, Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (LBU), Sozialverband Deutschland (SoVD), Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, Gewerkschaft TRANSNET, Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen
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Die Osthannoverschen Eisenbahnen bilden mit ihrem Sitz in der strukturschwachen Lüneburger Heide im Herzen Niedersachsens einen wichtigen Teil regionaler Verkehrs-Infrastruktur – sowohl als Arbeitgeber wie auch als Eisenbahnbetreiber. Gefahrguttransporte mehrerer Kunden der chemischen Industrie und des Militärs werden über das Schienennetz der OHE durchgeführt. Diese müssten bei einer Aufgabe des Schienennetzes über die schon jetzt vom Güterverkehr stark belasteten Straßen laufen. Es steht zu befürchten, dass nach dem Verkauf der Konzern filetiert wird und dies zu einer Schwächung der betroffenen Regionen führt.
Vor diesem Hintergrund fordert das Nahverkehrsbündnis:
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Das Nahverkehrsbündnis appelliert an die niedersächsische Landesregierung,
diesen Gründen bei ihrer Entscheidung Priorität einzuräumen und beim
vorgesehenen Verkauf vertraglich abzusichern.
Hannover, im Juli 2006
Im Nahverkehrsbündnis Niedersachsen haben sich zur Förderung
des umweltfreundlichen und sicheren Schienenverkehrs zusammengeschlossen: die
Umweltverbände Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband
Niedersachsen e.V., Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (LBU)
Niedersachsen e.V., Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) Niedersachsen, die
Verkehrsverbände Verkehrsclub Deutschland (VCD) Landesverband Niedersachsen
e.V., Fahrgastverband Pro Bahn, Allgemeiner Deutsche Fahrrad-Club (ADFC)
Niedersachsen, der Sozialverband Deutschland e.V. (SoVD) Landesverband
Niedersachsen, die Verbraucher-Zentrale Niedersachsen (VZN) und die
Gewerkschaften TRANSNET und ver.di.
Nahverkehrsbündnis Niedersachsen
Der Sprecher
Dr. Wolfgang Konukiewitz
Nordsoder Str. 12
27726 Worpswede
fon 04794-962174
fax 04794-962176
handy 0170- 581 94 62
Pressemitteilung
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(pb) "Bundestag und Bundesrat dürfen einer Kürzung bei den Nahverkehrsmitteln nach dem Rasenmäherprinzip nicht zustimmen", so kommentiert Björn Gryschka, Landesvorsitzender des Fahrgastverbandes Pro Bahn, die aktuellen Kürzungspläne der Bundesregierung im Schienennahverkehr, "sie müssen den Ländern vielmehr die rechtlichen Möglichkeiten einräumen, Sparmöglichkeiten mit Augenmaß umzusetzen."
Thema Netzunterhalt: "Rund 50 % der Nahverkehrsmittel müssen von den Bahnunternehmen unbesehen an den Netzeigentümer, die DB Netz AG, weitergeleitet werden. Andere Eisenbahninfrastrukturunternehmen können regionale Bahnstrecken bis zu 40 % günstiger bauen und unterhalten, z. B. in Niedersachsen die Verkehrsgesellschaft Landkreis Osnabrück. Hier muss der Bund Anreize schaffen, dieses Sparpotential zu nutzen, hat aber als Eigentümer des Schienennetz-Monopolunternehmens daran offenbar kein Interesse", so Gryschka weiter. Nach Ansicht von Pro Bahn wären dann durchaus Möglichkeiten vorhanden, ohne Beeinträchtigung des Angebots Mittel einzusparen.
Mit der jetzt vorgesehenen einfallslosen Kürzung legt der Bund nach Meinung von Pro Bahn jedoch die Axt an die Erfolge im niedersächsischen Schienenverkehr. Durch Ausschreibung konnten in den letzten Jahren bei verbessertem Angebot Einsparungen erzielt werden, die in langfristige Investitionen umgewandelt werden. "Mit einer Ausschreibungsquote von fast 50 Prozent steht Niedersachsen in der Spitzengruppe der Bundesländer und darf für dieses kostenbewusste Verhalten jetzt nicht bestraft werden!", fordert Gryschka.
Pressemitteilung
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(pb) Mit blankem Entsetzen reagiert Björn Gryschka, Landesvorsitzender des Fahrgastverbandes Pro Bahn, auf die Kürzungspläne der Bundesregierung im Schienennahverkehr. "Mit dieser Maßnahme legt die Regierung die Axt an das Rückgrat des gesamten ÖPNV, das der Schienenverkehr bundes- und landesweit bildet", sagt Gryschka. Pro Bahn erwartet in der Folge - bereits ab nächstem Jahr - erhebliche Zugstreichungen. So seien selbst im Berufsverkehr einzelne Leistungen gefährdet, nach 19 Uhr und an den Wochenenden könne es sein, dass sich auf vielen Bahnstrecken nicht nur im ländlichen Raum kein Rad mehr drehe. "Gerade im Flächenland Niedersachsen werden die Bahnnutzer vor die Alternative gestellt, entweder überhaupt nicht mehr die Bahn in ihren Alltag und die Freizeit einbeziehen zu können, oder in Zeiten teurer Benzinpreise auf das Auto umsteigen zu müssen."
Die Deutsche Bahn AG hat zum Fahrplanwechsel im Dezember Fahrpreiserhöhungen von durchschnittlich 3 Prozent angekündigt. Die Fahrpreiserhöhungen selber hält Björn Gryschka, Sprecher von Pro BahnBraunschweig-Hildesheim, nicht für so bemerkenswert: "Das Autofahren ist in den letzten Monaten auch nicht billiger geworden. Dass die Verkehrsbetriebe allgemein, nicht nur die Bahn, sich ihre erhöhten Treibstoffkosten wieder hereinholen wollen, ist in Grenzen nachvollziehbar." Schlechter findet Gryschka hingegen die strukturellen Änderungen beim Preissystem.
"Bahncardkunden müssen als Stammkunden doppelt zahlen: Einmal den erhöhten Bahncardpreis, einmal die erhöhten Kilometerpreise. Die bisher glatten Bahncardpreise von 50, 100 und 200 Euro sind mit Erhöhungen zwischen 1,50 und 6,00 Euro weniger systematisch und ansprechend." Mit der Abschaffung des Mitfahrerrabatts bei Bahncard- und Normalpreisfahrten gebe die Bahn zudem einen seit 20 Jahren bestehenden Grundgedanken ohne Not auf: "Der Kunde vergleicht immer die Kosten zwischen Auto und Bahn. Ein Auto bietet 5 Plätze. Um konkurrenzfähiger zu sein, wurde damals die Idee des Mitfahrerrabatts entwickelt, d. h. die 1. Person zahlt voll, die 2. bis 5. Person nur die Hälfte. Dieses System ist jetzt nur noch für Familien mit Kindern bis 14 Jahren (diese fahren immer noch kostenfrei) und bei den allerdings limitierten Sparpreisen vorhanden. Bekommt man also einen solchen Sparpreis nicht, wird mit 3 - 5 Personen im Verhältnis zum Pkw - selbst bei Vollkosten - ein Mehrfaches zu bezahlen sein."
Eine Verbesserung für Niedersachsen sei die Einführung des Niedersachsentickets auch am Wochenende, meint Gryschka. "Die Ländertickets sind bundesweit eines der erfolgreichsten Angebote der DB Regio, insoweit ist die Ausdehnung auf das Wochenende nur konsequent." Allerdings sei bei der Preiserhöhung von 22 auf 24 Euro im Automatenverkauf nun eine absolute Grenze erreicht: "Das Wochenendticket kostet nach wie vor 30 Euro und bietet unbegrenztes Bahnfahren in ganz Deutschland; der Sinn des Niedersachsentickets ginge bei einer weiteren Preiserhöhung sonst schnell wieder an Wochenenden bald verloren."
Der heutige erstmalige Verkauf von Bahntickets bei einem Supermarktdiscounter ist ein voller Erfolg. "Ganz Deutschland scheint Bahnfahren zu wollen", so Beobachtungen des Fahrgastverbandes Pro Bahn.
Lange Schlangen selbst vor kleinen LIDL-Geschäften schon vor der Öffnung sorgten fast überall dafür, dass schon nach 15 Minuten sämtliche Tickets verkauft waren.
"Was wir sehen konnten war in der Tat, dass viele Neukunden sich von dem Angebot haben locken lassen", so der niedersächsische Pro Bahn-Sprecher Björn Gryschka aus Bad Salzdetfurth, "die Bahn sollte jetzt die Begeisterung der Leute nutzen und schnellstens nachliefern." Dieses Ticket, das Bahnfahren nach dem Motto "Einsteigen, Start und Ziel notieren und losfahren" so einfach ermöglicht, sollte dauerhaft auch über die normalen Vertriebswege angeboten werden. Wünschenswert wäre zudem, ergänzend eine Tageskarte für alle Züge in Deutschland etwa zum Preis von 49,90 Euro anzubieten. Damit wäre dann endgültig schrankenloses Bahnfahren für jedermann möglich. Solche Tageskarten sind in der Schweiz seit Jahren im Angebot und stark nachgefragt.
Pressemitteilung
(pb) In Bad Salzdetfurth werden Fahrgäste wieder würdig empfangen: In 9- monatiger Renovierungszeit hat die Stadtverwaltung mit öffentlichen Fördermitteln das 105-jährige Gebäude komplett entkernt und mit modernen Elementen wieder aufgebaut. Das Besondere: Der angenehme Aufenthalt des Fahrgastes und das Serviceangebot für ihn steht dabei im Mittelpunkt. Dies war auch der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen die Förderung von über 50 % der Baukosten wert.
"Ein gelungenes Beispiel, wie man alte Bausubstanz durch ein intelligentes Konzept wieder neu nutzen und vor allem für den Fahrgast öffnen kann", freut sich Björn Gryschka von Pro Bahn anlässlich der Schlüsselübergabe. In den Bahnhof ziehen nun die örtliche Bücherei sowie ein Taxiunternehmen ein, das auch den Fremdenverkehr der Stadt betreut sowie das Fahrscheinsortiment der in Bad Salzdetfurth verkehrenden eurobahn verkauft. Beachtlich sind die Öffnungszeiten der beheizten und durch Kameras bzw. das im Bahnhof arbeitende Personal überwachten Empfangshalle: Von 6 - 22 Uhr an Werktagen und von 8 - 22 Uhr am Wochenende findet der Fahrgast und gerade der ankommende Kurgast eine einladende Atmosphäre vor. Und auch die Öffnungszeiten der Bücherei sind auf den Fahrplan der Züge abgestimmt und richten sich gezielt an Zielgruppen wie Schüler, Hausfrauen und Rentner, die mit der Lammetalbahn ankommen oder abreisen.
"Die Nutzung des Empfangsgebäudes in kommunaler Regie nicht nur für Jugendklubs oder ähnliches, wovon der Fahrgast ausgeschlossen bleibt, ist die gelungene Besonderheit dieses Projektes und sollte Vorbildcharakter für viele vergleichbare Bahnhöfe in Deutschland haben - gerade im ländlichen Bereich", meint Gryschka. Bad Salzdetfurth ist nach Peine die zweite Stadt in Niedersachsen, die ein Bahnhofsgebäude in seiner betrieblichen Funktion in kommunaler Regie betreibt.
Am 19.02.2005 fand die Landesversammlung von PRO BAHN Niedersachsen in Hannover statt. Anlässlich dieser Veranstaltung wurde der "Silberne Schienennagel" an den Geschäftsführer der LNVG, Dr. Gorka verliehen. Download der Laudatio (PDF/56 kB).
Pressemitteilung
Hannover (pb). Mit dem Silbernen Schienennagel zeichnet der Fahrgastverband Pro Bahn Institutionen und Persönlichkeiten in Niedersachsen aus, die aus Fahrgastsicht den öffentlichen Nahverkehr, besonders den Schienenverkehr, in herausragender Weise gefördert haben.
In einer kleinen Feierstunde in Hannover überreichte Björn Gryschka; Landesvorsitzender von Pro Bahn Niedersachsen, den Silbernen Schienennagel nun an Herrn Dr. Wolf Gorka, Geschäftsführer der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG). In seiner Laudatio würdigte Gryschka die 20-jährige Tätigkeit Dr. Gorkas als Referatsleiter für Eisenbahnwesen im Wirtschaftsministerium. In dieser Zeit habe Gorka für "die Eisenbahn in Niedersachsen" gestanden. Es sei gelungen, den Abwärtstrend des Schienenverkehrs in einen Aufwärtstrend umzuwandeln. Gryschka: "Wer hätte denn vor 20 Jahren an eine Bahnzukunft in Wildeshausen, Bodenburg, in Osterode oder Oesede geglaubt?"
Vor allem gegenwärtige Erfolge seien jedoch für den Fahrgastverband Grund gewesen, Herrn Dr. Gorka auszuzeichnen: Niedersachsen habe bundesweit eine Vorreiterrolle mit der Schaffung eines sogenannten "Fahrzeugpools" übernommen. Für den Verkehr auf bestimmten Strecken stellt das Land einem Betreiber die Schienenfahrzeuge zur Verfügung. Die Idee dazu stamme von Herrn Dr. Gorka. "Damit sind für alle interessierten Bahnunternehmen auch bei größeren Projekten die gleichen Startchancen gegeben. Ein Wettbewerb um die beste Leistung für den Fahrgast ensteht", hob Gryschka hervor. Bundesweit habe sich in jüngster Vergangenheit gerade Hessen zu einem solchen Fahrzeugpool entschlossen.
Wer "Silber" erreicht habe, solle aber auch "Gold" folgen lassen. Es seien abgestimmte Fahrpläne mit funktionierenden Rundum-Anschlüssen in vielen Knotenbahnhöfen erforderlich: Der integrale Taktfahrplan erfordere gezielte Investitionen in Streckenkapazität und Streckengeschwindigkeit. Für diesen "großen Wurf" stimmten leider in Deutschland und Niedersachsen die Rahmenbedingungen noch nicht. Auf alle Beteiligten, gerade auch die Fahrgast- und Umweltverbände, komme hier weiterhin viel Überzeugungsarbeit in den Parlamenten und in der Gesellschaft zu.
In seiner Erwiderung meinte Dr. Gorka, Pro Bahn und LNVG hätten in den vergangenen Jahren vielfach "Nägel mit Köpfen" gemacht, er freue sich deshalb nun besonders über den "silbernen Nagel". Viele Projekte seien inzwischen "auf´s Gleis gesetzt, 2 Mrd. Euro in Streckeninfrastruktur und Bahnhöfe investiert worden. Gorka: Der Schienennnagel ist uns Ansporn, die Kunden weiterhin zufrieden zu stellen."
Bei der geplanten Anhebung der Fahrpreise im Nahverkehr der Deutschen Bahn werden niedersächsische Fahrgäste besonders benachteiligt. Während in den meisten anderen Bundesländern die Gültigkeit der so genannten Ländertickets auch auf das Wochenende ausgeweitet werden soll, ist dies für Niedersachsen nicht vorgesehen. Die Ländertickets gelten bislang nur montags bis freitags ab 9.00 Uhr.
Der Fahrgastverband PRO BAHN hat wenig Verständnis für die Pläne der Deutschen Bahn, Niedersachsen von der Wochenend-Regelung auszunehmen. Die DB begründe die Pläne offiziell damit, dass es bereits günstige Angebote am Markt gebe. Dies trifft nach Angaben von PRO BAHN jedoch nur für Sachsen-Anhalt und Thüringen zu. In diesen Ländern, in denen die Ausweitung des Länderticket auf das Wochenende ebenfalls nicht geplant ist, gibt es ein günstiges "Hopper-Ticket" das es ermöglicht, für 4,50 Euro eine Strecke von 50 km hin- und wieder zurück zu fahren. Ein solches Angebot gibt es allerdings in Niedersachsen nicht. Im Ergebnis steht niedersächsischen Bahnfahrgästen am Wochenende als Angebot nur das "Schöne-Wochenende-Ticket" zur Verfügung, dessen Preis allerdings von z. Zt. 30,00 Euro (28,00 Euro am Automaten) auf 32,00 Euro (30,00 Euro) angehoben werden soll.
Nach Ansicht des Fahrgastverbandes PRO BAHN fördert ein derart hoher Preis lediglich das Fahren von weiten Strecken. Für kurze und mittlere Entfernungen sind Anreize zum Bahn fahren nicht vorhanden. Der Verband fordert schon deswegen die Landesregierung auf, seine Zustimmung zur Preisanhabung zu verweigern.
Es sollte ja was ganz Tolles werden in der Bremer und Oldenburger Region. Seit drei Jahren konkurrierten ein S-Bahn Konzept der DB und ein Stadtbahn Konzept der Bremer Straßenbahn miteinander um die Gunst der Streckenbetreibung. Besonders die Wesermarsch erhoffte sich auf Grund der maroden Strecke von Hude nach Nordenham einen qualitativen Sprung auf der Schiene, zumal der neue Wesertunnel Fahrzeiten der Autos nach Bremen wesentlich verringert. Stattdessen hat ein 2jähriges Gutachterverfahren im Auftrag der LNVG-Niedersachsen dieses Jahr ergeben, dass sich beide Systeme nicht rechnen.
Auch die Sanierung der Strecke Hude - Nordenham geriet auf Grund der fehlenden Bundesmittel (Mautkatastrophe) in Gefahr. Am 4.Juni 04 organisierte der Pro Bahn Regionalverband Oldenburger Land eine Veranstaltung im Berufbildungszentrum Brake (Unterweser) über die Zukunft der Bahn in der Wesermarsch, zu der Führungskräfte von Politik, Wirtschaft, Bahn und LNVG erschienen. Dabei wurde von DB-Netz die Katze aus dem Sack gelassen. Statt den zugesagten 160 Millionen Euro für die Sanierung werden auf Grund der fehlenden Bundesmittel nur noch ca. 20 Millionen Euro bereitgestellt, was bedeutet, dass die Strecke nicht für 120 km/h ausgebaut wird, sondern für 90 km/h wiederhergestellt wird. Dies führte zu starken Protesten in der Versammlung und zu einer Allianz der Politik und Wirtschaft (Kommunen, Kreis, Land- u. Bundestagsabgeordnete, Industrie- u. Handelskammer, Hafenwirtschaft) für die Schiene, die eine Lebensader für die Wesermarsch darstellt, denn täglich benutzen allein bis zu 30 Güterzüge diese Strecke.
Nach Aussage des Wirtschaftsministerium in Hannover und dem Konzernbevollmächtigten der DB für Nordwestdeutschland, Herrn Meyer, hat die Sanierung der Strecke nun 1. Priorität in Niedersachsen, allerdings nur bis 90 km/h. Ein Vorschlag der Landesregierung, die Ausbaukosten vorzufinanzieren, wurde von Herrn Mehdorn abgelehnt.
In Verhandlungen zwischen den Ländern Bremen und Niedersachsen und der DB wurde inzwischen erreicht, dass die DB bis Ende Juli ein neues Sanierungskonzept vorzulegen hat und in diesem Jahr noch mit der Sanierung begonnen wird.
Für den Personenverkehr sind frühestens zum Fahrplanwechsel im Dezember nach Auskunft der LNVG neues Fahrzeugmaterial (Elektrotriebwagen 425) vorgesehen. Auch eine Durchbindung von Doppelstockzügen alle 2 Stunden von Hannover nach Nordenham, die bisher in Bremen enden, soll überprüft werden. Nicht nur für die vielen Fahrradtouristen, die die Wesermarsch aufsuchen, währe dies von Vorteil.
Wünschenswert währe es, die Strecke Bremen-Nordenham in weniger als 1 Std. im "Deich Express" (so werden die Züge in der Wesermarsch oft genannt) zurückzulegen, damit zum Pkw eine echte Alternative entsteht.
Gewinner der Ausschreibung des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) auf der Lammetalbahn Hildesheim - Bodenburg und der Weserbahn Hildesheim - Löhne ist die Bietergemeinschaft "Eurobahn" mit Sitz in Bielefeld. Das beschloss die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) als SPNV-Aufgabenträger. Der Fahrgastverband Pro Bahn begrüßt den künftigen Betreiber: "Mit der Eurobahn bekommen die Fahrgäste im Landkreis Hildesheim ein erfahrenes Bahnunternehmen für das Projekt Lammetalbahn und den Verkehr in Richtung Hameln - Westfalen." Seit dem Jahr 2000 betreibt die Eurobahn rund um Bielefeld erfolgreich zwei Nahverkehrsstrecken mit modernen Triebwagen.
"Bis zum 14. Dezember 2003 besteht nun noch genügend Zeit, die Übernahme des Verkehrs gründlich vorzubereiten", erklärte der PRO BAHN Landesverband Niedersachsen. Die Triebwagen werden derzeit in Salzgitter gebaut, die neuen Bahnsteige im Bad Salzdetfurther Stadtgebiet werden im nächsten Frühjahr errichtet. "Wir sind optimistisch, dass sich der neue Bahnbetreiber der Herausforderungen im kommenden Jahr und in den vorgesehenen acht Betriebsjahren mit Schwung annehmen wird und viele neue Fahrgäste von einer verbesserten Reisequalität auf der Schiene überzeugen wird."
Die Deutsche Bahn AG, die bisher den SPNV auf den zwei Strecken betreibt, hatte sich gar nicht erst an der Ausschreibung der LNVG beteiligt.
Als kundenfeindliche Maßnahme bezeichnet der Fahrgastverband PRO BAHN die Entscheidung der Deutschen Bahn AG, ab Sonntag in ihren Triebwagen keine Fahrkarten mehr zu verkaufen. Damit laufen ehrliche Fahrgäste Gefahr, als Schwarzfahrer abgestempelt zu werden. Als Gründe nannte der PRO-BAHN-Landesverband Niedersachsen die häufigen Störungen der Automaten. Entweder sind sie ganz außer Betrieb oder gäben kein Wechselgeld heraus. Wer wegen eines defekten Automatens ohne Fahrkarte in den Zug einsteigt, muss sich auf peinliche Rechtfertigungen gefasst machen, wenn die Kontrolle kommt.
Auch ist es gerade Gelegenheitsfahrgästen nicht zuzumuten, die völlig verschiedenen Automatentypen ohne Schwierigkeiten zu bedienen. Das gilt besonders für ältere Menschen, die einen persönlichen Kontakt dem "eisernen Fahrkartenverkäufer" vorziehen. Nachdem die Deutsche Bahn AG gerade im ländlichen Raum Fahrkartenausgaben geschlossen hat, benachteiligt sie mit dem Verkaufsstopp im Triebwagen wieder die Menschen außerhalb der Ballungszentren, da eben dort die Triebwagenzüge eingesetzt werden. Der Kauf von Fahrkarten im Zug ist aus unser Sicht nicht der Normalfall, sollte aber aus Kundenfreundlichkeit als letzte Möglichkeit aufrecht erhalten werden. Doch von eben dieser Kundenfreundlichkeit ist das Unternehmen Deutsche Bahn AG noch weit entfernt.
"Ihr Zug hat heute leider 60 Minuten Verspätung. Wir bitten um Verständnis." Mancher Bahnfahrer hört solche Durchsagen auf seinen Reisen nur zu oft. Doch was tun, wenn dadurch eine wichtige geschäftliche Verabredung verpasst wird oder der Ferienflieger ohne den urlaubsreifen Fahrgast startet? Per Taxi in halsbrecherischer Fahrt trotzdem ans Ziel zu kommen, ist riskant und teuer. Außerdem: Gibt es überhaupt Erstattungsansprüche?
"In diesen Fällen ist der Fahrgast auf die Kulanz des Verkehrsunternehmens, meist der Deutschen Bahn AG, angewiesen", sagt Björn Gryschka vom Fahrgastverband Pro Bahn Niedersachsen, "ein einklagbares Recht auf Erstattung solch zusätzlicher Aufwendungen hat er nicht." Der Streit nach Rückkehr vom Geschäftstermin oder aus dem Urlaub ist damit programmiert. Doch aufwendige Briefe, in denen der Fahrgast sein Begehren und die Schuldlage des Verkehrsunternehmens schildert, werden häufig nur mit Textbausteinen beantwortet. Manchmal gibt es einen Reisegutschein, der aber die Taxikosten oder ähnliche Extraausgaben bei weitem nicht deckt.
"Der Fahrgast braucht eine objektive und unabhängige Instanz, die ihn unterstützt und einen Ausgleich mit dem Verkehrsunternehmen vermittelt", argumentiert Bernd Winckler, Geschäftsführer der Verbraucher-Zentrale Niedersachsen. Eine solche Schlichtungsstelle wäre nach gemeinsamer Einschätzung von Pro Bahn und VZN für das Verkehrsunternehmen und den Fahrgast von Vorteil: Das Verkehrsunternehmen bekäme dadurch ein besseres Image und könnte auf Dauer Verwaltungskosten für die Beantwortung und Klärung der Fälle sparen; und der Fahrgast hätte weniger das Gefühl, willkürlichen Entscheidungen unterworfen zu sein.
In Nordrhein-Westfalen gibt es diese unabhängige Instanz bereits seit September 2001: Die dortige Landesregierung hat damit die erste deutsche "Schlichtungsstelle Nahverkehr" gegründet und bei der Verbraucher-Zentrale NRW angesiedelt. Seither haben sich Fahrgäste bereits 750 mal an die neue Institution gewandt. "Das zeigt den enormen Bedarf auf diesem Gebiet", so Gryschka.
Deshalb muss nach Meinung des Fahrgastverbandes und der Verbraucherschützer eine solche Schlichtungsstelle auch für Niedersachsen aufgebaut werden. "Wir können uns gut vorstellen", so heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung der beiden Verbände, "dass das Land eine solche Stelle zunächst als befristetes Projekt einrichtet, um erste Erfahrungen auf diesem neuen Gebiet zu sammeln. Die Verbraucher-Zentrale Niedersachsen ist bereit, diese wichtige Institution bei sich aufzunehmen."
"Mobilität im Jahr 2010 in Niedersachsen" ist der Titel eines neuen Faltblattes, den der PRO BAHN-Landesverband Niedersachsen herausgegeben hat. Darin plädiert unser Fahrgastverband für einen flächendeckenden Ausbau des Schienennetzes, mehr Wettbewerb auf der Schiene und eine bessere Verknüpfung des gesamten öffentlichen Verkehrssystems. Das Faltblatt kann kostenlos bestellt werden bei info@niedersachsen.pro-bahn.de
Dr. Wolf Gorka, seit zehn Jahren Referatsleiter "Schienenverkehr" im Niedersächsischen Wirtschafts- und Verkehrsministerium, ist seit 1. August neuer Geschäftsführer der landeseigenen LNVG. Die Gesellschaft mit gut 20 Mitarbeitern ist für die Aufgabenträgerschaft des Landes für den SPNV außerhalb der Großräume Hannover und Braunschweig verantwortlich und koordiniert weitere Zuschüsse für den ÖPNV. Dr. Gorka (58) gilt zwar als eigenwillig, aber auch als entscheidungsstark. Er ist nicht immer ein einfacher Gesprächspartner, aber das war sein Vorgänger, Dr. Peter Neuber, auch nicht. Vielfältige Kenntnisse des Schienenverkehrs in Niedersachsen werden dem passionierten Jäger sicherlich nützen. PRO BAHN hat auf Landesebene schon länger Kontakte zu Gorka und hofft auf eine konstruktive Zusammenarbeit auch unter neuen Vorzeichen.
Für einen fairen und offenen Wettbewerb im Schienenpersonen-Nahverkehr (SPNV) hat sich das "Nahverkehrsbündnis Niedersachsen" ausgesprochen. Der landesweite Zusammenschluss, in dem unter anderem der Fahrgastverband Pro Bahn, der Verkehrsclub Deutschland VCD, die Naturschutzverbände BUND, LBU und NABU sowie die Gewerkschaften ÖTV und Transnet mitarbeiten, wendet sich deshalb entschieden gegen die Absicht des Landes, einen Großauftrag "freihändig" zu vergeben.
Es handelt sich dabei um alle Nahverkehrszüge zwischen Bremen und Hamburg sowie Hamburg und Uelzen (rund 2,5 Mio. Zugkilometer im Jahr). "Bei einem solchen Volumen ist nach EU-Recht eine offene Ausschreibung vorgeschrieben und außerdem sinnvoll", erklärte das Bündnis. "Um verbesserte Angebote für die Fahrgäste zu erreichen, muss am Beginn eines Vergabe-Verfahrens eine klare Leistungsbeschreibung stehen", fordert das Bündnis. Im vorgesehenen Fall werde jedoch nur "hinter den Kulissen gekungelt". An der fehlenden Leistungsbeschreibung sehe man, dass die Vergabe hinter verschlossenen Türen nicht im Interesse der Fahrgäste ist.
Zudem sei zu kritisieren, dass entgegen den Erfahrungen bei der Nordwestbahn nur einzelne Streckenabschnitte ohne Einbindung in Netze zur Disposition gestellt würden. Bei den Strecken Bremen-Hamburg und Hamburg-Uelzen handelt es sich um nachfragestarke "Sahnestücke", deren Erträge zum Betrieb auf nachfrageschwächeren Bahnstrecken beitragen. Wenn die Deutsche Bahn als bisheriger Betreiber der Züge von vornherein ausgeschlossen wird, werden schwächer ausgelastete Verbindungen der Bahn akut gefährdet, befürchtet das Bündnis. "Wir fordern deshalb das Land und ihre Nahverkehrsgesellschaft auf, die Vergabe für alle Anbieter zu öffnen und nach transparenten Regeln abzuwickeln." Außerdem müsse die bisher fehlende Information des Landtages und des Beirates der Landesnahverkehrsgesellschaft nachgeholt werden.
Der Fahrgastverband PRO BAHN in Niedersachsen hat die Gemeinde Dörverden (Landkreis Verden) für ihr beispielhaftes Engagement im Zusammenhang mit der Reaktivierung des Bahnhofs Dörverden ausgezeichnet. Aus den Händen des Landesvorsitzenden Manfred Terhardt (Jever) erhielt der Bürgermeister der Gemeinde, Heiner Falldorf, am Wochenende (24.2.2001) in Dörverden im Rahmen der Landesversammlung des Verbandes den "Silbernen Schienennagel". Mit dem zum zweiten Mal vergebenen Preis werden die unermüdlichen Bemühungen der Gemeinde gewürdigt, die im Mai letzten Jahres zur Wiedereröffnung des Bahnhofs an der Strecke Bremen-Hannover geführt haben. Vor zwei Jahren erhielt die Stadt Peine die Auszeichnung für die Übernahme und den Neubau des Bahnhofs Peine.
Der PRO BAHN-Landesverband Niedersachsen ist seit kurzem Mitglied der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Das bestätigte die Geschäftsführung nach einem die entsprechenden Gremienbeschluß. Der Trägerverein besteht aus 19 Organisationen, darunter Gewerkschaften, Mieterbund, NABU und Landfrauenverband.
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