
„Aktivierung statt Einstellung” fordert der Fahrgastverband Pro Bahn für die von einer deutlichen Reduzierung der Zugzahlen bedrohte Strecke Hildesheim - Braunschweig. „Es ist die einfachste Methode, wenn der für den Ostteil dieser Strecke zuständige Zweckverband Großraum Braunschweig (ZGB) nun den Fahrgästen die Schuld für eigene Konzeptlosigkeit zuschieben will”, ärgert sich Björn Gryschka von Pro Bahn. Am Donnerstag hatte der ZGB die derzeit 11 Zugpaare für 2011 unter einen finanziellen Vorbehalt gestellt, schließlich nutzten diese „pro Tag leider nur 300 Fahrgäste”. Folge aus Sicht des ZGB: mögliche Streichung fast aller Regionalzüge.
„Zurzeit wird die Strecke nach Braunschweig ausgebaut; damit verkürzen sich die Fahrzeiten im Regionalverkehr von 45 Minuten auf unter 30 Minuten und sind damit fast gleichwertig zu den ICE-Fahrzeiten. Folgerichtig hat die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen, die für den Streckenabschnitt bis Hoheneggelsen zuständig ist, im Konzept „2013 +” angekündigt, die derzeit 11 Zugpaare auf 17 erhöhen und damit einen Stundentakt anbieten zu wollen. Es ist sogar vorgesehen, viele dieser Züge bis Wolfsburg weiterfahren zu lassen. Damit erhielten die drei Oberzentren Hildesheim, Braunschweig und Wolfsburg zusammen mit den ICE-Zügen eine nie gekannte Verbindungsqualität teilweise im Halbstundenabstand”, erläutert Gryschka. Der ZGB biete demgegenüber lediglich „ein bedauerndes Schulterzucken”, indem er feststelle, „der Zweckverband könne nicht mehr Zugleistungen bestellen, als er Mittel bekomme”.
„Dabei verschweigt der Zweckverband allerdings, dass die Mittelknappheit über Jahre hausgemacht ist”, meint Gryschka, „im übrigen Niedersachsen wurden in den letzten 10 Jahren 50 % der Zugleistungen nach Ausschreibungen vergeben (z. B. eurobahn und Metronom) und so erhebliche Gelder für zusätzliche Verkehre verwendet. Da der Zweckverband in seinem Gebiet bisher auf Ausschreibungen verzichtet hat, sind die Gelder knapp. Nun nach mehr Geld zu rufen, ist eine Lösung, mit der es sich der ZGB zu einfach macht und mit der eine effizientere Verwendung der vorhandenen Mittel und eine Perspektive für die Strecke weiter ausgeschlossen werden.”
Weitere Informationen: www.pro-bahn.de/braunschweig-hildesheim
Der Fahrgastverband PRO BAHN kritisiert die aktuelle Diskussion zur Schienenhinterlandanbindung der Festen Fehmarnbeltquerung, die sich zur Zeit mehr mit Nebenschauplätzen als mit konstruktiven Schritten zur Realisierung einer leistungsfähigen Schienenhinterlandanbindung beschäftigt. Auch fehlt aus Sicht von PRO BAHN ein Konzept, wie der Güterverkehr südlich von Lübeck entweder über die Bahnstrecke Lübeck - Bad Kleinen oder die Bahnstrecke Lübeck - Lüneburg am überlasteten Bahnknoten Hamburg vorbei zu der im DB-Wachstumsprogramm vorgeschlagenen Güterzugachse Uelzen - Stendal - Halle - Hof - München geführt werden soll.
PRO BAHN hat schon im November letzten Jahres gefordert, einen Projektbeirat zur Trassenführung einzurichten, der aus Vertretern des Bundes, des Landes, der DB Netz AG, des Eisenbahnbundesamtes (EBA), der betroffenen Kreise und Kommunen sowie Vertretern von Bürgerinitiativen, Umwelt- und Verkehrsverbänden bestehen und der gemeinsame Lösungen zur Realisierung der Schienenhinterlandanbindung der Festen Fehmarnbeltquerung entwickeln soll. Die künftige Trassenführung muss aus Sicht von PRO BAHN dabei folgenden Kriterien standhalten:
· - möglichst geringe Eingriffe in die Umwelt sowie möglichst geringe Lärm- und Schwingungsbelästigung der Kurorte, Kommunen und Anwohner
· - Bedienung der Kurorte im Regionalverkehr
· - Bereitstellung ausreichender Kapazität für den Güterverkehr
· - Erhöhung der Geschwindigkeit für den Fernverkehr
· - Finanzielle Darstellbarkeit des Gesamtprojektes
Vorrang für Güterzüge – Aus für metronom-Taktverkehr?
Ob der metronom in 5 oder 10 Jahren noch immer so erfolgreich wie derzeit durch das Leinetal rollen wird, ist nach Ansicht des Fahrgastverbandes Pro Bahn höchst unklar. „Erst im Mai hatte Dr. Carsten Hein, Geschäftsführer von Metronom in Alfeld von erheblichen Fahrgastzuwächsen berichtet und zum Jahresende die Verstärkung der metronom-Züge um einen Wagen angekündigt“, sagt Björn Gryschka von Pro Bahn, „doch die derzeitige Schienennetzplanung gefährdet unseres Erachtens den langfristigen Erfolg des Taktverkehrs erheblich.“ Güterzüge aus den Seehäfen ließen die Strecke schon bisher immer wieder an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen und beeinträchtigten so die verlässliche Durchführung des Personenverkehrs. „Der Güterverkehr wird mit Anziehen der Konjunktur wieder zunehmen. Zusätzlich räumt der kürzlich beschlossene „Europäische (Güter-) Korridor Stockholm – Hamburg – München – Neapel“ den Güterzügen explizit Vorrang vor anderen Verkehren ein.“ Bis 2020 ist der Korridor zu realisieren.
Damit kann es künftig geschehen, dass Personenzüge wie metronom nur noch zu Zeiten verkehren dürfen, die der Güterverkehr gerade nicht beansprucht. Das kann weiter einen angenäherten Stundentakt bedeuten, aber auch deutliche Abweichungen um 15 oder 20 Minuten sind denkbar. „Damit werden Anschlüsse an den Unterwegsbahnhöfen wie z. B. Elze, Kreiensen oder Göttingen Zufall. Bei Umsteigern können sich die Fahrzeiten schnell um eine Stunde verlängern“, meint Gryschka.
In dieser Situation plant die DB Netz AG nun nicht etwa den Ausbau der Streckenkapazität, das Gegenteil ist der Fall. Bereits im Februar 2009 hatte die Deutsche Bahn in Freden das Überholgleis Richtung Norden abgebaut, nun ist dasselbe mit dem Überholgleis Richtung Süden geplant. Auch wenn gleichzeitig durch zusätzliche Signale die Zugfolgeabstände auf der Strecke etwas verkürzt werden, verringert sich die Kapazität doch um 1,2 Prozent, wie aus einem Schreiben des Eisenbahnbundesamtes hervorgeht.
Unverständlich ist für den Fahrgastverband auch, warum vor diesem Hintergrund das Eisenbahnbundesamt die Maßnahme genehmigt hat. In einer Bekanntmachung schreibt es, dass „die Leistungsfähigkeit der Strecke insgesamt nur in moderatem Umfang berührt“ sei. „Die Reduzierung um 1,2 % mag zwar in der unmittelbaren Zukunft noch nicht erheblich sein, aber schon jetzt werden z. B. defekte Fahrzeuge unweigerlich zu Zugstaus führen. Bei Gegenverkehr nützen auch die verbleibenden Fredener Weichen zum Wechsel auf das Gegengleis wenig.“
Dass es aber in wenigen Jahren zu Problemen für den Personenverkehr komme, befürchtet auch metronom. Am 14.02.09 hatte Dr. Hein in der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung erklärt, dass mehr Güterverkehr und weniger Infrastruktur nicht zusammenpassten. Wenn der Güterverkehr künftig Vorrang erhalte, könne dies zum Problem werden. „Ich sehe hier auch die örtlichen Bundes- und Landtagsabgeordneten gefordert, sich für den Erhalt des von vielen Bewohnern genutzten Bahnangebotes einzusetzen“, so Gryschka abschließend.
Stellungnahme zu den neuen Fahrgastrechten
Silberner Schienennagel verliehen
Im
Rahmen seiner Landesversammlung hat der Landesverband Niedersachsen des
Fahrgastverbandes PRO BAHN gestern in Varel die Verkehrsregion Nahverkehr
Ems-Jade (VEJ) mit dem „Silbernen Schienennagel“ ausgezeichnet. Der Preis wird
von dem Verband alle zwei Jahre und nunmehr zum fünften Male an Personen oder
Institutionen vergeben, die sich in besonderer Weise für den öffentlichen
Personenverkehr und damit für die Belange der Fahrgäste verdient gemacht haben.
Die mit dem Preis geehrte VEJ, ein Zusammenschluss der Landkreis und kreisfreien
Städte zwischen Dollart und Jadebusen, beschränke sich nicht nur auf ihre
eigentliche Aufgabe, den Busverkehr, sondern habe sich in den vergangenen Jahren
intensiv um die regionale und überregionale Bahnanbindung der ostfriesischen
Halbinsel bemüht, so Pro-Bahn-Landesvorsitzender Björn Gryschka (Hildesheim).
Gerade dieses Engagement soll nach Auffassung des Fahrgastverbandes gewürdigt
werden. Es sei nicht selbstverständlich, dass sich ÖPNV-Aufgabenträger auch zu
einer Lobby für den Schienenverkehr zusammenschließen und entsprechende
Aktivitäten entwickeln, so Gryschka.
In seiner Laudatio stellte der örtlich zuständige Pro-Bahn-Regionalvorsitzende Manfred Terhardt (Jever) einen Vergleich mit einem Orchester her, dem ein Dirigent fehlt, in dem sich aber ein Musiker, hier die VEJ, befindet, der die Koordinantion der einzelnen Instrumente, wie Nahverkehr und Fernverkehr auf der Schiene, den Schiffsverkehr zu den Inseln sowie den Busverkehr, in die Hand genommen habe. Nur so sei heute ein taktvoll abgestimmtes Angebot öffentlicher Verkehrsmittel zustande gekommen und ein „Streichkonzert“ bisher vermieden worden.
Der Auricher Landrat Walter Theuerkauf als VEJ-Vorsitzender wies in seinen Dankesworten darauf hin, dass es auch in Zukunft Schwerpunkt der VEJ-Arbeit sei, dafür zu sorgen, dass die überregionale Schienenanbindung der ostfriesischen Halbinsel erhalten bleibt und darüber hinaus noch verbessert wird. Vor allem müsse Wilhelmshaven wieder an den Fernverkehr der Bahn angeschlossen werden.
Pro Bahn fordert starke Infrastruktur für Schienengüter- und Personenverkehr
Varel (pb). „Fahrgäste erwarten für ihr Geld eine moderne und leistungsfähige Schieneninfrastruktur. Nur so können Personen und Güterverkehrszüge miteinander auskommen.“ Das sagte der Vorsitzende des Fahrgastverbandes Pro Bahn Niedersachsen, Björn Gryschka, am Samstag anlässlich der Verleihung des Fahrgastpreises „Silberner Schienennagel“. Die mit dem Preis geehrte Verkehrsregion Nahverkehr EmsJade (VEJ) beschränke sich nicht nur auf den Busverkehr, sondern habe sich in den vergangenen Jahren intensiv um die regionale undüberregionale Bahnanbindung der ostfriesischen Halbinsel gekümmert. „Was dabei herauskommt, wenn man die DB selbst über ihr Netz entscheiden lässt, sieht man am Beispiel Wilhelmshaven: Wegen des JadeWeserPorts werden mit Millionenaufwand 45 Kilometer Bahngleis bis zum Hafen mit elektrischer Oberleitung versehen – die Elektrifizierung der letzten 7 Kilometer zum Wilhelmshavener Hauptbahnhof aber lehnt die DB ab“, kritisiert Gryschka. Weiteres Beispiel für Fehlentscheidungen von DB Netz sei der erst am vergangenen Wochenende erfolgte Abbau des Überholgleises in Freden auf der wichtigen Strecke zwischen Hannover und Göttingen.
Der Pro BahnSprecher wies zudem darauf hin, dass der zunehmende Seehafenhinterlandverkehr in Norddeutschland – unabhängig vom derzeitigen Konjunktureinbruch – die Qualität im Schienenpersonenverkehr gefährde. „Güter und Personenzug konkurrieren um dasselbe Gleis. Wo die gemeinsame Strecke wie z. B. Hamburg – Hannover überlastet ist, fordern wir deshalb, neue Güterabfuhrstrecken zu schaffen, um der Nachfrage nach attraktiven Fahrzeiten auf Personenverkehrsstrecken gerecht zu werden“, so Gryschka. Gute Infrastruktur für den Güterverkehr im Hafenhinterland nutze deshalb auch den Fahrgästen. Jeder in den Schienenbau investierte Euro schaffe zudem mehr Arbeitsplätze als ein in den Straßenbau investierte Euro wegen des hier höheren Mechanisierungsgrades.
Die Laudatio von Manfred Terhardt, Regionalvorsitzender
Ems-Jade, finden Sie hier. Ferner
steht eine Power-Point Präsentation zum Abruf bereit.
Die Verkehrsregion Nahverkehr Ems-Jade (VEJ) wird im Februar nächsten Jahres auf der Landesversammlung des Fahrgastverbandes PRO BAHN den Ehrenpreis „Silberner Schienennagel“ des Landesverbandes Niedersachsen bekommen. Der Preis wird alle zwei Jahre und nunmehr zum fünften Male an Personen oder Institutionen vergeben, die sich in besonderer Weise für den öffentlichen Personenverkehr und damit für die Belange der Fahrgäste verdient gemacht haben. Nach Ansicht der Fahrgastvertreter habe dies die VEJ in den elf Jahren ihres Bestehens in vorbildlicher Form getan.
Die VEJ wurde im Jahre 1997 von den Landkreisen Aurich, Emsland, Friesland, Leer und Wittmund sowie von den Städten Emden und Wilhelmshaven gegründet. Anlass dafür war seinerzeit die mit dem Niedersächsischen Nahverkehrsgesetz zum 1. Januar 1994 übertragene Aufgabenträgerschaft für den straßengebundenen ÖPNV. Bereits in den Jahren davor hatten sich die Landkreise und kreisfreien Städte - ohne eine konkrete gesetzliche Zuständigkeit zu haben - in der Strukturkonferenz Ost-Friesland mit dem Thema ÖPNV beschäftigt. Aus dieser Vorarbeit und der Erkenntnis, dass Verkehrströme - auch im ÖPNV - nicht an den Kreisgrenzen Halt machen, wurde sie von den genannten Gebietskörperschaften gegründet.
Neben der Koordinierung der Aktivitäten im straßengebundenen ÖPNV hatte sich die VEJ zum Ziel gesetzt, auch die Interessen der Region in Sachen Schienenpersonenverkehr wahrzunehmen. Und dies in zweierlei Hinsicht: Einmal hinsichtlich des Schienenpersonennahverkehrs insbesondere gegenüber dem Aufgabenträger Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) und gegenüber den Verkehrsunternehmen Deutsche Bahn Regio AG und Nordwestbahn sowie andererseits gegenüber der Deutschen Bahn AG hinsichtlich des Fernverkehrs auf der Schiene.
Gerade dieses Engagement der VEJ soll nach Auffassung des Fahrgastverbandes gewürdigt werden. Es sei nicht selbstverständlich, dass sich ÖPNV-Aufgabenträger auch zu einer Lobby für den Schienenverkehr zusammenschließen und entsprechende Aktivitäten entwickeln, so der Landesvorsitzende des Verbandes Björn Gryschka (Hildesheim). So habe die VEJ z.B. im Jahre 2002 ein Zukunftskonzept „Bahn Ems-Jade“ erstellen lassen, das eine Vielzahl von Verbesserungsvorschlägen zur Weiterentwicklung des Bahnangebots beinhaltete. In der Folge wurden davon auch bereits einige umgesetzt.
Im Ergebnis der Aktivitäten der VEJ finden Fahrgäste in der Ems-Jade-Region heute eine noch nie da gewesenes Bus- und Bahnangebot vor, das es verdient gewürdigt zu werden, so der zuständige Regionalvorsitzende des Verbandes, Manfred Terhardt (Jever).
Bisherige Preisträger waren die Stadt Peine, die Gemeinde Dörverden (Landkreis Verden), Dr. Wolf Gorka, Geschäftsführer der Landesnahverkehrsgesellschaft, sowie die Initiative „Haller Willem“ aus Osnabrück. Traditionsgemäß findet die zweijährlich stattfindende Landesversammlung im Bereich des Preisträger statt. Der Preis wird daher im Rahmen dessen am 28. Februar 2009 in Varel den Vertretern der VEJ überreicht werden.
Immer mehr Niedersachsen nutzen die bunten Züge der Bahnunternehmen, immer mehr Güter gelangen von den Nordseehäfen per Schiene nach ganz Europa. „Die klimafreundliche Schiene ist wieder stärker ins Bewusstsein zurückgekommen, die Kunden profitieren von attraktiven Angeboten auf den Wettbewerbsstrecken“, sagt Björn Gryschka, Landesvorsitzender des Fahrgastverbandes Pro Bahn. Im sog. Hafenhinterlandverkehr kommt es jedoch bereits zu Konkurrenzsituationen. „Die seit über 20 Jahren nicht mehr ausgebauten Hauptabfuhrstrecken sind am Rand ihrer Kapazität. In den Tagesrandstunden werden bereits erste Personenzüge von Güterzügen verdrängt“. Pro Bahn stimmt den kürzlich veröffentlichten Forderungen der CDU-Landtagsfraktion bei. „Studien prognostizieren eine Güterverkehrszunahme von 80 %, hier droht ein Verkehrsinfarkt. Schnelle Planung und Ausbau sind gefordert, das Land sollte eine Vorfinanzierung wie z. B. in Baden-Württemberg prüfen.“
Aus Sicht von Pro Bahn hat Niedersachsen aber auch eigene Aufgaben noch nicht gelöst. „Nach Kürzung der (Bundes-)Regionalisierungsmittel für die Bestellung der Nahverkehrszüge zum Jahr 2007 hatte Niedersachsen lediglich 15 Mio. Euro für 2008 und 2009 als Ausgleich zugesagt. Die Ausfälle sind aber etwa viermal so hoch, die Mittel zu einer stärkeren Kompensation sind aus der Mehrwertsteuererhöhung vorhanden. David McAllister hat selbst festgestellt, dass immer mehr Menschen die Nahverkehrsangebote auf den Schienen nutzen. Wir fordern die CDU-Landtagsfraktion deshalb auf, bei der Landesregierung bis zum Sommer für Planungssicherheit für die Jahre nach 2010 zu sorgen und mindestens 30 Mio. Euro aus den Mehrwertsteuereinnahmen für den Nahverkehr bereitzustellen“, so Gryschka.
Zusammen mit den erheblichen Sparpotenzialen, die noch immer im Bahnverkehr stecken, kann das Angebot für die Fahrgäste erheblich verbessert werden. „Noch immer werden Fahrpläne danach bestellt, was auf einer gegebenen Strecke möglich ist.“ Umgekehrt jedoch sei es logisch, fordert Gryschka: „Wie beim Straßenbau muss die Infrastruktur einem definierten Verkehrsaufkommen bzw. Fahrplan – zum Beispiel Stundentakt – angepasst werden. Zur Zeit werden Anschlüsse noch gegeneinander ausgespielt. Hier beschreitet die kürzlich vorgestellte Initiative „Deutschland-Takt“, der auch Pro Bahn angehört, den richtigen Weg.“ Im Rahmen der Bahnprivatisierung sei nach Ansicht des Fahrgastverbandes zudem zu prüfen, ob nicht Strecken mit regionaler Bedeutung besser nach Landesstandards und damit günstiger zu betreiben seien. „Grund für den Erfolg der Bahnreform war die Übergabe der Verantwortung für den Nahverkehr an die Länder – gegen Zahlungen des Bundes. Genauso erfolgreich wäre eine Abgabe von Strecken, mit einer Abgeltung für unterlassene Investitionen der vergangenen Jahrzehnte.“
Darauf weist der
Fahrgastverband Pro Bahn Niedersachsen hin. Björn Gryschka, Landesvorsitzender:
"Insbesondere in Niedersachsen sind von der DB unabhängige Eisenbahnunternehmen
wie metronom oder Nordwestbahn vertraglich gezwungen, eventuelle Preiserhöhungen
des DB-Konzerns mitzumachen. Diese Unternehmen, die in Niedersachsen rund 50 %
des Nahverkehrs erbringen, sind aber weder am anstehenden Tarifabschluss
beteiligt, noch haben sie logischerweise daraus resultierende höhere|
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